11 Februar 2018

Die Irrtümer der CSU Leitung




CSU
Dr. Stefan Engelsberger

Europäisches Mitglied
im Ortsverband München 1



Herrn stellv. Generalsekretär                                           
der CSU                                                                          
Markus Blume
Mies-van-der-Rohe-Str. 1

80807 München




Die Irrtümer der CSU-Leitung


Sehr geehrter Herr Generalsekretär,

zusammen mit Millionen Europäischer Staatsbürger wünsche ich mir eine starke CSU/CDU. Gestatten Sie mir bitte den Hinweis auf einige Irrtümer der CSU-Leitung,

1. Irrtum: Selbstaufopferung und Selbstpreisgabe seien ein Gebot christlicher Nächstenliebe.

Dieser Irrtum wurde von Pastorenkindern übernommen. Jesus Christus hat jedoch gesagt: „Liebe Deinen nächsten, wie Dich selbst.“ Jeder Einzelne und jede Gemeinschaft sind nach christlichem Verständnis dazu aufgefordert, sich um das eigene Wohlergehen zu kümmern und dann abzugeben, wenn es das eigene Wohlergehen zulässt. Jesus Christus steht für den selbstbestimmten Menschen und diesem darf es auch gutgehen.  

2. Irrtum: Die CSU könne keine absolute Mehrheit mehr erringen.

Es gibt eine überwiegende Mehrheit für eine Politik des Ausgleichs, wie sie CSU/CDU seit Jahrzehnten macht. Wahlergebnisse unter 50 % sind nur das zwingende Ergebnis weiterer Irrtümer der CSU-Leitung.

3. Irrtum: Die CSU sei ein Kaufladen mit Wählerstimmen als Währung.

Politische Waren für bestimmte Zielgruppen werden nicht mit Wählerstimmen bezahlt, sondern bleiben Geschenke. Eine Partei hat keine Waren zu produzieren, sondern Grundsätze zu vertreten, die ihren Mitgliedern gerecht werden und ein Staatswesen stärken.

4. Irrtum:  Der einheimischen Bevölkerung sei vor allem ein Heimatgefühl zu vermitteln.

Die sogenannten Einheimischen schaffen sich ihr Heimatgefühl selbst. Sie haben klare Interessen und politische Vorstellungen, die sich weder auf Schuhplattler noch auf Weißwürste und Bier reduzieren.


5. Irrtum: SPD, Grüne und Linke seien natürliche Partner der CSU.

Natürliche Partner der CSU sind Freie Wähler, FDP, BP und Teile der AfD, SPD und ÖDP.

6. Irrtum: Die Grünen seien eine weltoffene, idealistische Bewegung.

Die Grünen werden geführt von Machtmenschen, die den Selbsterhaltungstrieb politisierter Minderheiten für ihre wirtschaftlichen Zwecke nutzen. In München und anderen Großstädten hat dies zu einer Veränderung des Lebensgefühls geführt. Ehemals tolerante, freizügige Räume gegenseitigen, Respekts und einer gewissen Wurschtigkeit sind zu Spießerzonen kulturarmer Pseudourbanisten geworden, die für sich das Meiste herauszuholen wissen, indem sie politische Entscheidungsträger vor sich hertreiben. Die Grünen sind eine Ego-Partei. Ego-Parteien sind eine Steigerung von Klientel-Parteien.

7. Irrtum: Die CSU bestünde nur aus Funktionären.

Die Vernachlässigung der Mitgliederbasis bis hin zu toten Ortsverbänden, gerade in München, führt zur Nutzung anderer Kommunikationskanäle für politisch Interessierte. Die geringe Präsenz im Öffentlichen Raum, die fehlende Koordination zwischen Partei, Bezirksausschüssen und Stadtrat lässt nur eins entstehen: Ein politisches Nichts.

8. Irrtum: Die CSU benötige keine Integrität.

Die CSU darf nicht in den Hauch des Verdachtes geraten, korrumpierbar zu sein und sei es „nur“ durch die Spende eines Begünstigten für einen Faschingsball.

9. Irrtum: Die Politik könne nicht steuernd eingreifen.

In vielen Bereichen hat die CSU es aufgegeben, politische Eingriffe vorzunehmen. Das Bevölkerungswachstum in den Ballungsgebieten, sinkende Lebensqualität, Gesundheitsgefahren wie schlechte Luft: Es wird nicht mehr politisch gehandelt. Diese Untätigkeit als alternativlos verkaufen zu wollen, beleidigt die Intelligenz der Bevölkerung.

10. Irrtum: Die CSU sei eine altbayerische Folklorepartei.

Millionen CSU-Wähler sind europäisch und global eingebunden.  Es gibt keinen Grund, die CSU wie einen Kleinbauernhof mit Elektrozaun, Erbfolge, Misthaufen und einer Alm in Berlin und Brüssel zu führen. Der Wegfall der Internationalen Politik in der CSU schadet.

Weitere Irrtümer schildere ich Ihnen gerne, falls dazu Möglichkeiten eröffnet werden.


Mit freundlichen Grüßen



Dr. Stefan Engelsberger

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