23 Januar 2012

Deutscher Alpenverein Sektion München: Brief an den Vorstand

Vorbemerkung: Der Vorstand des Deutschen Alpenvereins Sektion München hat meinen Antrag in einer Vorstandssitzung behandelt und ihn mir mit der Bemerkung zurückgeschickt, es handle sich bei der Isar nicht um den Alpenraum. Die Aktivitäten der Sektion würden sich auf den Alpenraum beschränken.

Erst überlegte ich, ob ich rechtlich dagegen vorgehen sollte. Aber das bringt nichts. Ich werde also auf der Mitgliederversammlung mein Glück versuchen und dort das Thema unter "Wünsche und Anträge" kommunizieren. Der Umgang des Vorstands mit dem Antrag zeigt die Willenlosigkeit einer Vereinsführung, die im Grunde genommen nicht mehr führt, sondern die Geschäfte besorgen lässt. So konnte sich Thomas Urban unbehelligt als Geschäftsführer austoben und viele Dinge durchziehen, die überhaupt nicht Ziel des Alpenvereins sind wie die Olympiabewerbung und das Veranstalten von Spaßreisen. Dadurch war ihm ein Wechsel ins Sportamt der Landeshauptstadt München möglich. So laufen halt die aalglatten Karrieren.
Ein vernünftiger, aktiver Vorstand würde sich über einen Antrag freuen, den auf die Tagesordnung setzen und für eine rege Teilnahme und Diskussionsbereitschaft der Mitglieder sorgen. Schließlich ist der Deutsche Alpenverein in etwaigen Verfahren als Grundstückseigentümer (offensichtlich Erbbauberechtigter des Gebäudes auf der Praterinsel) Beteiligter. Statt frühzeitig Wünsche zu äußern und etwas für den Alpenverein und seine ehemalige Philosophie (Natur und Berge) zu tun, macht der Vorstand mal wieder nichts.

Die Untätigkeit und die Frechheit, den Antrag einfach zurückzuschicken offenbart nur die schon seit Jahren schwelende Schwäche des Vereins: Der Deutsche Alpenverein vergrault seit Jahren das Stammklientel der naturnahen heimatverbundenen Bergwanderer mit intellektuellem Anspruch. Wer die Intelligenz ausgrenzt, ist jedoch in der Regel schnell weg vom Fenster, da sich diese andere Wege sucht. Ein Vereinsausschluss der naturnahen heimatverbundenen Bergwanderer mit intellektuellem Anspruch wie damals bei den Juden ist auch nicht mehr so einfach möglich. Also kann ich nach einiger Zeit des Schweigens mal mein Missfallen über einzelne Entwicklungen ausdrücken und denjenigen helfen, die dafür keine Zeit und/oder Nerven haben.

Hier mein Schreiben:


Sektion München des DAV e. V.                                                                                23.01.2012
Bayerstr. 21

80335 München

  
Kommerzialisierung der Isar - Mein Antrag vom 13.12.2012

Sehr geehrter Herr Manstorfer,

gerade sehe ich Themen im aktuellen Panorama-Heft, die sich weit außerhalb des Alpenraums bewegen, z. B. Kroatien, Hohe Tatra, Klettern in Wuppertal und vieles mehr. Der „Summit Club“ wirbt mit weltweiten Reisen in alle möglichen Gebiete. Die Sektion München und Oberland zeigt sogar Ihr Logo auf der Internetseite von www.mtb97.de, einem Fahrradverein, der vor allem im Isartal an und im Münchner Stadtgebiet für Aufmerksamkeit sorgt und sich aktiv an dessen Zerstörung beteiligt.

Sprechen wir direkt miteinander: Sie haben keinen Bock, sich des Themas Ursprünglichkeit der Isar anzunehmen. Das ist legitim, sollte aber der Mitgliederversammlung vorbehalten bleiben. Ich werde das auf der Mitgliederversammlung ansprechen und wünsche mir schon auf diesem Weg, die Kommunikation dergestalt zu verbessern, als Sie Mitgliedern mit Anliegen die Möglichkeit eröffnen, diese außerhalb des formalen Vereinsrechts zu äußern und zwar nicht durch vorherige Selektion Ihres unverschämten Redakteurs der Alpinwelt und auch nicht als Bittsteller auf seiner Leserbriefseite. Überlegen Sie sich einfach, wie Sie mit den alteingesessenen oberbayerischen Familien umgehen, denen der Wert ihrer Heimat und Natur noch etwas bedeutet und die auch über entsprechende Mittel verfügen, diese zu verteidigen.

Der Alpenverein muss sich in den nächsten Jahren entscheiden, ob er weiterhin Naturzerstörung unterstützt, satzungsfremde Aktivitäten unternimmt (Olympiabewerbung, Kletterhallen, Spaßradler) und die traditionell gesinnten Bergfreunde zum Austritt drängt oder ob er innerhalb des Vereins Plattformen eröffnet, um bestehende Konflikte auszuräumen. Ersterer Weg wird im übrigen irgendwann den Verlust der Gemeinnützigkeit nach sich ziehen. Der DAV wird sich dann als normales Unternehmen dem Wettbewerb stellen müssen. Wie Sie damit umgehen, ist Ihre Sache. Ich kann Anregungen und Wünsche äußern wie ich das auch in anderen Foren tue.

Mit freundlichen Grüßen

Dorfkramer