16 Dezember 2011

Isar München: Petition an den Bayerischen Landtag

Bayerischer Landtag                                                                                            

-Petitionsausschuss-
  
Petition nach Art. 115 Abs. 1 der Bayerischen Verfassung

Antrag:

Der Bayerische Landtag beteiligt sich an der Diskussion der Landeshauptstadt München über die geplante Kommerzialisierung der Isar zwischen Corneliusbrücke und Tivoli.

Rechtsgrundlage:

Artikel 3 der Bayerischen Verfassung
(1) 1 Bayern ist ein Rechts-, Kultur- und Sozialstaat. 2 Er dient dem Gemeinwohl.
(2) Der Staat schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und die kulturelle Überlieferung.


Sachverhalt:

Die Landeshauptstadt München plant eine Kommerzialisierung der Isar und will dabei den „Paris Plage“ kopieren, einem Rummelplatz an der Seine.

Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung behandelt den Gegenstand voraussichtlich am 11. Januar.

Begründung:

Der Bayerische Landtag ist unmittelbarer Anlieger durch Maximilianeum, Bannmeile und den Abgeordnetenbüros auf der Praterinsel. Des weiteren schützt er als repräsentatives Organe wesentliche Verfassungsgrundsätze wie die Erhaltung der Natur und des kulturellen Erbes. 

Deshalb ist er Verfahrensbeteiligter, auch wenn ihn die Landeshauptstadt München ausgrenzen möchte. Und der Landtag ist auch Schützer eines wesentlichen Ortes für Bayern und München.

Alleinstellungsmerkmal Münchens ist der Charakter als „Millionendorf“ und die Nähe zu den Alpen. Ausgedrückt wird dies durch den im wesentlichen naturnahen Fluss/Gebirgsbach Isar in der Stadt. Der geplante Rummelplatz am Isarufer widerspricht jeglicher Identitätsfindung. Eine Abwertung zu „Paris Plage“ würde dazu führen, dass München jegliche Unterscheidungskraft verlöre und sich im Gemenge global vereinheitlichter städtetouristischer Ansätze verlieren würde. Wer nach Paris fährt tut dies nicht wegen des Seinestrands. Wer nach München fährt, tut dies jedoch immer noch wegen Hofbräuhaus, FC Bayern, Deutschem Museum und der Nähe zu den Bergen, symbolisiert durch die Isar.

Der Bayerische Landtag muss erkennen, dass es sich um einen Platz handelt, der für ganz Bayern Symbolkraft hat und unsere Kultur der Fantasie und Freiheit ausdrückt. Hier erlebte Tscharlie Häusler seine Abenteuer, bevor er vertrieben wurde. Und in „Go Trabi Go“ wurden die Ossies erstmals mit Nackerten am Kabelsteg konfrontiert. Der Blick durch die Maximiliansbrücke zum Deutschen Museum ist immer wieder in den weniger werdenden Fernsehserien und -filmen zu sehen. Kunstschaffende haben hier ihr letztes Refugium zusammen mit Kreativen, Freizeitkapitänen und aussterbenden Freigeistern.

Hier befindet sich mit dem Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins der Kilometer Null für Bergwanderer und die Tourismusdestination „Munich and Bavarian Alps“.

Diese Dinge werden von der Landeshauptstadt München nicht erkannt, weil der Oberbürgermeister von den Zusammenhängen zwischen Stadt und Land und der Bedeutung Münchens für Bayern wenig weiß.

Wenn der Landtag nichts unternimmt, werden maßgebliche Werte vernichtet und ein Teil der bayerischen Bevölkerung im Sinne von Tscharlie Häusler geht zugrunde.

Weitere Informationen im Netz unter:

Stefan Engelsberger, Dr. phil.