15 Dezember 2011

Offener Brief an Konstantin Wecker

Sehr geehrter Herr Wecker,

gestatten Sie mir bitte, dass ich Ihnen mein entschiedenes Missfallen ausdrücke.

Es geht um die Kommerzialisierung der Isar und Ihr Engagement für die Urbanauten, einer Lobbyorganisation der Gastronomie und Immobilienwirtschaft. Die Urbanauten planen eine Freiluftschänke am Vater-Rhein-Brunnen und Sie werden als "Jurymitglied" genannt, werden also über die Auswahl der Biersorten entscheiden.

Offensichtlich ist Ihnen entgangen, dass das Gedankengut der Urbanauten weltweit für Gentrifizierung eingesetzt wird. Ich habe dazu einen Artikel verfasst: http://dorfkramer.blogspot.com/2011/12/dorlly.html

Aktivitäten sogenannter Nichtregierungsorganisationen zur "Aufwertung" von Stadtvierteln sind Vorboten der Immobilienwirtschaft. Sie bereiten den gedanklichen Boden. Dann kommen die Immobilienmakler zur Informationsbeschaffung und dann die Bauunternehmer. Wenn Sie sich die Steinsdorfstraße 18 an der Isar ansehen, sehen Sie, dass Aigner Immobilien dort ein Ladenlokal eröffnet. In einigen Jahren werden sie die älteren Häuser nicht mehr sehen und die Mieter auch nicht.

Wenn Sie sich mit diesen Gentrifizierungsprozessen auseinandersetzen, dann werden Sie Ihre Rolle als "Künstler" in Sachen Isarkommerz erkennen. Wenn nicht, werden Sie weiterhin den Kasperl für die Bauwirtschaft machen. Wenn Sie überhaupt kein Bewusstsein mehr für den Ort haben, an dem Sie aufgewachsen sind, dann sollten Sie sich in Grund und Boden schämen.


MfG Dorfkramer

Keine Kommentare: