09 Januar 2011

Neue TAN-Verfahren der Postbank: Zurück in die Steinzeit

Seit der Einführung des sogenannten Internetbanking, also der Ermöglichung von Bankgeschäften im Netz, sind bereits 15 Jahre vergangen. In diesen 15 Jahren hat es sich in breiten Bevölkerungsmassen eingebürgert, diesen Weg zu nutzen. Er erspart den Gang zu einer Filiale durch direkte Eingabe am Computer. Man nutzt dazu eine Transaktionsnummer für eine Überweisung oder einen Wertpapierauftrag (TAN). Diese TAN liest man von einem Zettel aus Papier ab, der einem von Zeit zu Zeit von der Bank mit der Post geschickt wird (Papierliste).

Schön und gut. Nun jedoch prescht die Postbank mit einer angeblichen Verbesserung dieses bequemen Wegs vor und zwingt ihre Kunden zur Nutzung der TAN über Mobiltelefon oder über einen TAN-Generator.

Ich habe mich jetzt eine halbe Stunde damit beschäftigt und stelle folgendes fest:

mobileTAN: Nur kostenlos in Deutschland. Schon eine Woche Urlaub mit ein paar Transaktionen kann da zu hohen Roamingkosten führen. Des weiteren großer Aufwand. Pro Transaktion muss eine TAN angefordert werden. Man stelle sich nur 5 Überweisungen vor. Die Einzelanforderung nervt und kostet Zeit.

chipTAN: Hierzu muss man ein Gerät kaufen, dass herumliegt und in das man umständlich eine Karte hineinstecken und dann noch einen Abgleich mit dem Bildschirm machen muss.

Beide Verfahren sind für Wertpapiergeschäfte völlig ungeeignet. Gemeingefährlich werden sie, wenn es heftige Kursausschläge gibt und man schnell reagieren muss. Da sind schnell mal ein Dutzend TAN weg und mit den neuen Verschlechterungen kann man einfach nicht mehr zeitgerecht agieren und reagieren. Optionsscheingeschäfte  und ähnliches scheiden mit der Postbank künftig aus.

Die Papierliste konnte man bisher bequem auf den Schreibtisch legen und überall mit hin nehmen. Das hat jetzt 15 Jahre gut funktioniert.

Es haben sich bei der Postbank ein paar Informatikfreaks durchgesetzt, die ein schon sicheres System verkomplizieren und damit Einnahmen für sich generieren. Es verdienen auch der TÜV und die Gerätehersteller. Die Werbung, dass das alles einen Komfort für den Kunden darstelle, ist der blanke Hohn.

Ergebnis: Ein völlig sinnfreies Produkt und die Postbank verschlechtert sich somit als Dienstleister.

Hoffentlich gibt es ein paar vernünftige Führungskräfte bei der Postbank, die diesen Technokratenwahn noch rechtzeitig stoppen.

Hier ähnliche Gedanken in einem Blog: http://klausens.blogg.de/eintrag.php?id=1612