27 April 2009

HRE: Aufsichtsbeschwerde bei der BaFin wegen Irreführung der Aktionäre

Ab heute sollte sicher der HRE-Aktionär näher mit der geplanten Enteigung beschäftigen. Es gibt einen Geschäftsbericht 2008 und eine Stellungnahme der HRE zum Kaufangebot der bundeseigenen Agentur SoFfin. Rechtlicher Rahmen ist das Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz (WpÜG).

Es ist erstaunlich mit welchem Druck der Bund hier 100 Prozent der Aktien erwerben will und mit welcher Willfährigkeit der HRE Vorstand diesem Druck nachgibt. Es handelt sich nur noch um kommissarische Verwaltungstätigkeiten.

Ebenso erstaunlich ist, dass die HRE keine Anstalten unternommen hat und bis heute nicht daran denkt, eine Restrukturierung der Verbindlichkeiten ins Auge zu fassen, die ohne weiteres außerhalb des Insolvenzverfahrens möglich wäre.

Dann würde allerdings die Gläubigerstruktur offen gelegt werden und es würde sich herausstellen, dass die Gläubiger ohne weiteres eine Stundung oder einen Erlass von Zinsen und Kapitalteilen gewähren könnten. Die Deutsche Bank macht ja wieder Gewinne. Und Depfa-Nachranganleihen werden ja offensichtlich bereits nicht mehr bedient.

Die Aktionäre aber werden durch die Übernahmedokumente der SoFFin und der HRE bewusst in die Irre geführt. Zu sagen, es gäbe keinen anderen Weg als die Enteignung, ist falsch.

Zeit für Dorfkramer Activist, präventiv tätig zu werden und nicht erst zu warten, bis das Kind in den Brunnen gefallen ist. Rückwärtsgerichtete Klagen sind langwierig. Besser sind schnelle Anlegerschutz-Eingreiftruppen, die sich sofort äußern, Misstände aufdecken und sofort kommunizieren. Dass wir hier noch Entwicklungsland sind, wurde im Fall Argentinien offenbar. Das Thema wird mich sicher weiter beschäftigen.

Hier die Aufsichtsbeschwerde und der Brief an die HRE:

Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht 27.04.2009

Fax: 0228 4108 1550

Hypo Real Estate Holding AG/SoFFin

Anregung zur Durchführung einer Aufsichtsmaßnahme wegen Irreführung von Aktionären

Sehr geehrte Damen und Herren,

weder im öffentlichen Übernahmeangebot der Bundesrepublik Deutschland, das von Ihnen genehmigt wurde noch in der Stellungnahme der HRE wurde darauf hingewiesen, dass eine 100prozentige Übernahme der HRE durch den Bund zu einer Sanierung des Unternehmens außerhalb der Insolvenz nicht notwendig ist. Dies stellt eine vorsätzliche Irreführung der Aktionäre dar und ist zu ahnden.

Mit freundlichen Grüßen



Hypo Real Estate Holding AG 27.04.2009

-Generalsekretariat-

Telefax: 089 203 007 772


Vorschlag

Sehr geehrte Damen und Herren,

in der Stellungnahme zu dem öffentlichen Übernahmeangebot der Bundesrepublik Deutschland an die Aktionäre der Hypo Reale Estate Holding AG vom 24.04.2009 (http://www.hyporealestate.com/pdf/2009.04.24_Stellungnahme.pdf) heißt es auf Seite 1, Nr. I. „Handlungsempfehlung“: „Weder liegen Vorstand und Aufsichtsrat Vorschläge Dritter vor, die eine angemessene Rekapitalisierung der HRE-Gruppe erwarten lassen,...“

Diese Aussage ist falsch. Vorstand und Aufsichtsrat haben sicherlich über Presse- und Internetverteiler davon Kenntnis erhalten, dass es eine einfache Möglichkeit gibt, die HRE außerhalb der Insolvenz und ohne Totalübernahme der Bundesregierung zu erhalten:

Die HRE muss nur die Verbindlichkeiten analysieren und eine Restrukturierung vornehmen. Vor allem sind dabei die Nachranganleihen zu berücksichtigen, was in anderen Ländern sogar per Gesetz geschehen ist.

Diese Maßnahme ist derart naheliegend, dass ein empfangsbedürftiger Vorschlag dafür nicht notwendig ist. Falls dies angenommen wird, liegt der HRE nunmehr ein solcher Vorschlag vor. Die Stellungnahme nach § 27 WpÜG ist demnach falsch und führt in die Irre.

Mit freundlichen Grüßen

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