23 Januar 2008

Finanzmärkte brechen zusammen........

.....der Bayerische Landtag steht felsenfest in der Brandung......

Finanzkrise: Ruhigstellung und Desinformation

Ich hätte nicht gedacht, dass man mich zum Publizieren nötigt. Aber gestern hat der Boss des Federal Reserve Board Ben Bernanke eine Senkung der Federal Funds Rate angekündigt, einem sogenannten Leitzins. Es handelt sich um eine historische Aktion, die ich hier dokumentieren muss. Die Ami-Zentralbank zeigt sich also entschlossen, den Markt mit Liquidität überschwemmen zu wollen. Natürlich kaufen nicht alle Marktteilnehmer Ben die Sache ab, da jeder weiß, dass es sich oft nicht einmal auszahlt, einen Kredit für wenig oder gar 0 % Zinsen aufzunehmen. Siehe Japan.
Wir werden sehen, was die Banken mit dieser günstigeren Refinanzierung machen. Es handelt sich ja um eine Subvention der Kreditnehmer. Leute mit Vermögen schauen derzeit in die Röhre. Wollen sie etwas handfestes haben, z. B. Schweizer Staatsanleihen oder auch noch einigermaßen sichere US Kurzläufer, dann zahlen sie bei der derzeitigen Inflation drauf. Das ist politisch gewollt. Unsere globale Führung wünscht sich, dass die Bürger konsumieren und investieren und das Geld nicht horten. Schon gar nicht will sie, dass vielleicht noch Bargeld unter der Matratze gelagert wird und der Elektriker mit diesem bezahlt wird.
Eine logische Folge war gestern deshalb die Tagesschau. Erst warnte der Dauermedienbrenner Klaus Nieding alle Kleinanleger davor, jetzt in Panik zu verkaufen. Dann trat sogar unsere geschätzte Kanzlerin auf und brabbelte was von wegen Deutschland hätte sich von den USA schon längst abgekoppelt. Guido Westerwelle, Chef einer wirtschaftsliberalen Partei (!) brüllte dann vom Rednerpult, der Staat solle gefälligst Kohle rüberlassen. Ich wähnte mich angesichts dieses großkoalitionären und großpseudooppositionellen Politbüros in der Aktuellen Kamera, der Tagesschau der DDR.
Worum es dabei ging ist klar: Ein Run auf die Banken und eine Vertrauenskrise soll auf jeden Fall verhindert werden.
Nun schreibt heute das Wall Street Journal bereits darüber, dass ein solcher Run virtuell schon längst stattgefunden habe, nämlich in Second Life. Das gibt zu denken. Die Informationselite riecht scheins einen Braten, den die Masse noch nicht riecht. Mir wird die Vehemenz der Desinformation gestern in der Tagesschau (!) auch ein bisserl zu viel. Ich erinnere mich an die Argentinienkrise. Bis zum Schluss hatte IWF-Boss Horst Köhler Durchhalteparolen ausgegeben und den Märkten versichert, es sei alles in Ordnung. Natürlich war es das nicht, was Köhler wusste. Die Schlauen bunkerten derweil ihre Kohlen überall, nur nicht in Argentinien. Sogar der spätere Präsident Nestor Kirchner transferierte Millionen in die Schweiz. Die, die an die Politiker glaubten, waren dann die Dummen und standen vor verschlossenen Banken.
Hinzu ist zu sagen, dass weder Köhler noch Merkel irgendein Risiko eingehen. Die falsche Aussage, Deutschland hätte sich von den USA weitgehend abgekoppelt, wäre bereits Anlass zu einer Klage, wenn es ein Firmenboss gesagt hätte (Irreführung des Marktes zur falsche Ad-Hoc-Mitteilung).
Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Ich erinnere mich an 1987. Ich war damals nicht betroffen und zog mir ruhigen Gewissens die Kurse aus dem Bankcomputer. Damals erholten sich die Kurse wieder, die Zinsen waren auf historischen Niedrigständen. Jedoch kann ich mich nicht entsinnen, dass Millionen von US-Verbrauchern über ihre Lage nachgedacht hätten. Was heute anders ist. Die Immobilienkrise zeigt allen, dass man Vermögen nicht aufbauen kann, indem man Geld druckt. Die Al Gore Kampagne in Sachen Klimaschutz lässt einige auf der vierspurig überfüllten Autobahn im Benzinfresser überlegen. Die Staatsausgaben für eine globale Kriegsführung werden auch langsam hinterfragt. Vielleicht bahnt sich ja ein gesellschaftlicher Umbruch an?