30 September 2008

Die Folgen der Finanzkrise

Nachdem schon der Freibayer geweckt wurde, muss ich, angesichts der Turbulenzen der Globalfinanz, auch zu diesem Thema einen kleinen Beitrag leisten. Also: Die Krise begann bereits vor einem Jahr mit dem Skandal der IKB und KfW. Die IKB wurde damals vom Staat unnötigerweise gerettet. Diese Pseudorettung und die zweckorientierten Beteuerungen, es sei alles in Ordnung, haben die Krise nicht zu verhindern vermocht. Das Chaos ist eingetreten.
In den Tagen dieses Beitrags, stehen die HVB Real Estate vor der Pleite, weitere europäische Großbanken wie Fortis und Dexia. Der US-amerikanische Kongress hat ein Hilfspaket des Goldman-Sachs-Manns Hank Paulson über 700 Milliarden US-Dollar abgelehnt und die Aktienkurse weltweit sinken. Dank Wikipedia ist der Vorgang dokumentiert.

Die Sache war, wie der Dorfkramer Activist Blog zeigt, vorherzusehen. Die staatlichen Hilfen kritisiert der Dorfkramer heftig, weil sie nicht dazu geeignet sind, Probleme zu lösen. Im Gegenteil: Die Verstaatlichung von privaten Banken führt dazu, dass sich keine Investoren mehr finden, was sich in der Flucht aus den Aktien ausdrückt. Eine Beteiligung an einer Staatsbank ist eben nicht lukrativ. Die Beteiligung an einer Privatbank ist lukrativ, wenn man Risiken erkennt, Gewinne mitnimmt und rechtszeitig aussteigt, wenn es brenzlig wird. Dieses Risikomanagement als Aktionär ist ziemlich aufwändig, jedoch besser als Festgeld, wenn man es diszipliniert macht.

Die großen Staatsbeteiligungen an den Banken führen zu einer Konkurrenz zu den bereits staatlichen Landesbanken und Sparkassen. Ohne Gewährträgerhaftung stützt die Bundesrepublik die HVB Real Estate, obwohl eine Liquiditätsinsolvenz die Pfandbriefmärkte nicht berühren würde. Schließlich sind Pfandbriefe mit Immobilien belegt, die als sicher verwertbar gelten. Wenn also das Pfandbriefgeschäft seriös und gesetzmäßig gemacht wurde, dann besteht auch keine Gefahr.

In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die staatlichen Eingriffe Früchte tragen. Ich sehe erhebliche Risiken. Das Vertrauen unter Profis ist bereits zerstört. Jetzt kommen irgendwann die Sparer und Kleinanleger, die Amtsautoritäten wie Horst Köhler noch glauben, der bereits 2001 die Märkte falsch informiert hat. Nur wenige Insider wissen seither, dass man Vertrauensäußerungen wie hier als Hinweis auf ernsthafte Schwierigkeiten interpretieren muss.
Ein weiteres Risiko besteht in den unzählichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Man hört davon jedoch nichts, da diese nicht Ad-Hoc-Publizitätspflichtig sind. Genossenschaftsmitglieder und Kreisräte werden es irgendwann in einer Versammlung oder Sitzung erfahren, wenn nicht auch ein Institut hops geht oder kurz vor dem Kollaps steht. Ich verweise nur auf die windigen Zertifikate der DZ-Bank, die mit US-Banken unterlegt waren und massiv verkauft wurden. Die Zertifikateinhaber sind bereits klinisch tot.

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