18 Januar 2008

Politikkommunikation in Fall Nokia

Die Dummheit unserer politischen Führung manifestiert sich derzeit in Sachen Nokia. Der finnische Mobiltelefonhersteller möchte ein Werk in Nordrhein-Westfalen schließen und die Produktion nach Rumänien verlagern. Im Gegensatz zu BenQ Mobile hat sich die Nokia Führung diesen Schritt genau überlegt und wickelt das Werk nach den Grundsätzen eines ordentlichen Kaufmanns ab. Die Mitarbeiter bekommen frühzeitig Nachricht über die Schließung und können sich in aller Ruhe auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Es ist derzeit nicht schwierig, Arbeit zu finden.

Was machen nun unsere Polit-Doofies? Sie regen sich maßlos auf und versuchen nun den Ruf von Nokia zu schädigen. Sehen Sie sich mal die Kampagne an, die parteiübergreifend gefahren wird.

Erinnern Sie sich an BenQ Mobile? Damals hat niemand gegen die Firmenzentrale in Taiwan etwas gesagt. Dies, obwohl der damalige Boss Lee, den Laden einfach hat hops gehen lassen. Nokia tut nun etwas anderes, wickelt ordentlich ab und geht aus Gründen, die wir kennen, nach Rumänien. Eine begründete, unternehmerische Entscheidung.

Das Politikergeschwafel ist nicht nur unkontrolliert und dumm, weil es die ganze Nokia-Wertschöpfungskette in Deutschland in Mißkredit bringt. Die Nokia-Händler um die Ecke werden derzeit durch dieses Geschwafel in Zusammenarbeit mit BILD geschädigt. Es ist auch ungerechtfertigt, weil wir uns auf einen Standortwettbewerb in der Europäischen Union längst geeinigt haben. Wenn Rumänien, Ungarn, Österreich nun bessere Bedingungen bieten, dann sollte man die Innovationskraft und den Willen dieser aufstrebenden Länder anerkennen und sich diesem Wettbewerb stellen.

Bei BenQ jedoch hat man die Sache einfach verpennt. Erinnern wir uns: Obwohl die Bundesrepublik und das Land Nordrhein-Westfalen größte Gläubiger sind, hat der NRW-Finanzminister erst nach einer Benachrichtigung von mir ein paar, leider unbedarfte Beamte nach München zur Gläubigerversammlung geschickt. Wahrscheinlich meint der NRW Boss Rüttgers jetzt, er müsse ins Horn stoßen. Wie unsere politische Führung im Allgemeinen, denkt er jedoch nicht einmal fünf Minuten darüber nach, was er damit anrichtet.

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