08 Januar 2008

Das Café Roma schließt seine Pforten


Ereignisse werden immer erst als solche wahrgenommen, wenn man sie sieht. So auch die Schließung des Café Roma, die schon vor Wochen im Bezirksausschuss behandelt worden war. Trotzdem fiel mir erst heute das Ereignis so richtig auf. Als ich am Maximilianseck Nordost vorbeiging stieß ich auf einen Haufen mit alten Regalen und sonstigem Inventar des Roma. Ich ging dann nochmal hinein und sah, dass die Bar und die meisten Einrichtungsgegenstände noch so wie immer vorhanden waren. Sogar die Bilder hingen noch an der Wand. Dann fragte ich einen Herrn mit Aktenkoffer auf dem Tisch, ob denn noch etwas von der Einrichtung zu haben wäre. Er verwies mich an den anwesenden Herrn Lewy, der für das Roma verantwortlich sei und dieser bot mir wiederum freundlich an, ich möge ihm ein Angebot machen. Ein paar Sessel seien noch da. Auch die Bar. Aber bei der schwebten Hundert Riesen im Raum.

Das Schließen des Roma ist ein einschneidendes Ereignis. Warum, hat die die Süddeutsche in einem Artikel veröffentlicht, der den Kern der Sache trifft. Wenn er natürlich nicht die persönlichen Erinnerungen Zehntausender von Menschen beschreiben kann, die in den letzten Jahren das Roma bevölkert haben. Es war ja ein großer Zoo und was allen in Erinnerung bleibt sind die Zeitungen in den Leitsprachen der Alpenbewohner: Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch, und der wunderschöne Terrazzoboden, der in München einzigartig ist. Ich habe schon vor Jahren beim Roma angefragt. Man möge mir doch bitte den Hersteller dieses Terrazzobodens verraten. Leider bekam ich keine Antwort. Aber ich kann ja noch einmal fragen. Ich werde Herrn Lewy nämlich ein Angebot machen für drei der schon arg abgesessenen oder versessenen Sessel. Vielleicht kann ich sie ja in mein Kaffeebarprojekt einbinden. Dann würde das Café Roma noch ein bisserl weiterleben. Zum Verklären. Aber auch als Motivation, den Kampf um die Maximilianstraße aufzunehmen und sie für einheimische Geschäftsinhaber zurückzuerobern. Die von den einheimischen Konzernangestellten vertrieben werden. Unter Aufsicht der einheimischen Politik und Wirtschaft. Das Ereignis der Schließung des Café Roma ist deshalb keine Kapitulation, sondern der Auslöser für kleine und feine Gegenströmung. Und die kann sich leicht zu einem Tsunami entwickeln.

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