30 Januar 2008

Argentinien-Anleihen: Dokumentation des Politikversagens


Wie ich bereits vorhergesagt habe: Das Hessische Justizministerium legt die Sache zum Akt. Es würde auch nichts anderes machen, wenn ich ein paar Aktenzeichen von Gerichtsverfahren nennen würde, was ich ja auch angeboten habe.

Solche Dinge sind für Ministerien nur interessant, wenn von der Spitzenpolitik sogenannte "Anregungen" kommen. Diese sind aber nicht zu erwarten, da diese beschlossen haben, für Argentinien zu arbeiten und natürlich für die korrupten Großkonzerne, die wie Siemens und VW oder korruptionsanfällige, bzw. der Korruption nicht überführten wieder Geschäfte dort machen wollen.

Ein Verschulden an der Rechtsunstaatlichkeit, der Prozessverschleppung und den dokumentierten Fällen von Rechtsbeugung, trifft aber auch die Rechtsanwälte, die solche Zustände hinnehmen. Jedoch, und das muss jedem klar sein: Die Anwälte profiterien davon, insbesondere durch Streitigkeiten wegen Nichtigkeiten, die jedoch immer in die höchste Instanz gehen. Welches Interesse hätte ein Rechtsanwalt an einer effizienten Judikative? Keines. Er verdient nämlich am Anwaltsmonopol, den schlecht durchschaubaren Prozessordnungen und natürlich der anwaltlichen Korinthenkackerei, die im Fall Argentinien dazu führt, dass ein klarer Anspruch gar nicht mehr so klar ist.

29 Januar 2008

Praterkraftwerk: Und die Isar trocknet nicht aus.....

Die Isar bei Niedrigwasser: Rechts sieht man die Kaskdaden. Dort soll das Unterwasserkraftwerk entstehen. Die Landeshauptstadt München hat mit Bescheid vom 21.12.2007 eine wasserrechtliche Gestattung ausgesprochen. Damit kommen die Betreiber, die Praterkraftwerk GmbH, in den Genuss der höheren Stromeinspeisungssätze. Wasserkraft ist ja subventioniert. Gilt als erneuerbare Energie. Das ist natürlich Unsinn, weil irgendwann alle Flüsse zugebaut sind. Und natürlich, weil Wasser sich nicht erneuert. Im Gegenteil: Das Abschmelzen der Gletscher kann dazu führen, dass die Alpen zu einem Trockengebiet werden und die ganzen Stauseen versiegen. Jedenfalls scheint die Wassermenge der Isar noch auszureichen, 2,634 MW Leistung abzugeben. Zur Kontrolle des Wasserstands muss ein Pegel an der Westseite der Praterinsel angebracht werden, "der eine Überwachung des Aufstaus der Großen Isar durch Jedermann ermöglicht."
Ein klarer Erfolg der Bürgerbedenken, die hier dokumentiert wurden. Ich freue mich auch über die Aufnahme meiner Vision, auf die mich Ingenieur Dr. Thiersch gebracht hat. Irgendwann muss München Neuerungen bringen und auch die Isarpromenade wird kommen.
Es ist spannend, die Entwicklung eines Wasserkraftwerks vor der Nase verfolgen zu können. Hoffentlich gibt es eine offene Kommunikation der Beteiligten.

26 Januar 2008

Amtsrichterin Ludwig gewährt Argentinien Fristverlängerung


Sehen Sie mal, wie schnell es bei Frankfurter Gerichten geht, wenn diese der argentinischen Betrügerregierung einen Gefallen tun können. Nicht einmal ein Tag wird gewartet, sondern beinahe in Echtzeit wird Fristverlängerung gewährt. Die gute Amtstrichterin hat meinen Brief gesehen, sich gedacht "Unverschämtheit" und "dem werd ich´s zeigen" und sofort den Beschluss rausgenagelt. Just nach Eingang meines Faxantrags.

Eine reine Gefälligkeit für die bevorzugte Partei und natürlich eine schöne Wiedervorlage für die Richterin, die nun wieder ein paar Wochen Ruhe hat. Argentinien hat zwar meine Unterlagen bewiesenermaßen bereits vor Monaten erhalten und muss diese nicht mehr übersetzen. Offensichtlich hat das Gericht aber diese Beweise nicht gewürdigt. Klarer Fall von Rechtsbeugung. Aber suchen Sie da mal in der Hessischen Justiz einen Staatsanwalt, der das ahndet. Kleiner Trost für die Hessen: In Bayern und überall anderswo in Deutschland, würde es genauso laufen. Unsere Führer haben schließlich beschlossen, eigene Staatsbürger im Namen einer auswärtigen Regierung zu enteignen, sich daran schadlos zu halten (Internationaler Währungsfonds und Pariser Club, die ihr Geld von Argentinien wiederbekommen), um dann für korrupte mulitnationale Konzerne wie Siemens neue Geschäfte mit Argentinien einzufädeln. Privatanleger zahlen nämlich keine Bestechungsgelder. So läuft das Geschäft und die sogenannte Judikative ist nur Bestandteil dieses Systems.

Übrigens: Der Anwalt Strba hat noch nicht einmal eine Vollmacht vorgelegt. Machen Sie das mal und Sie werden mangels Klagebefugnis zurückgewiesen. Ohne Fristverlängerung.

Quod erod demonstrandum....

25 Januar 2008

Brieflein aus dem Hessischen Justizministerium


Wie angekündigt, legt der Sachbearbeiter des Landes Hessen den Fall zum Akt. Was soll er auch machen? Nachschauen? Wie viele Beschwerden über den Hessischen Saftladen werden denn dort eingehen? Ich habe dennoch geantwortet, damit ich den Sachbearbeiter noch einmal wenigstens dazu bringen, die Akte aufzumachen und den Schrieb einzuheften. Nur noch eine kurze Beschreibung der Lage:

-Den Verantwortlichen in der sogenannten Politik geht es darum, gute Posten zu haben und Kohlen zu zocken,
-jedoch haben Sie auf bestimmte Dienste ein Monopol wie bei der Gerichtsbarkeit. Leider haben wir keine echte kaufmännische Gerichtsbarkeit auch auf dem Gebiet der globalen Finanzmärkte mit ausgebildeten Fachjuristen,
-für die Verantwortlichen in der sogenannten Politik gibt es nur zwei Druckmittel, nämlich Wahlen oder Medien,
-derzeit sind in den Medien einfach mal der Fall Marco oder jugendliche Gewalttäter wichtiger als der Milliardenverlust durch Argentinien,
-und im Hessischen Wahlkampf ist das nicht vermittelbar, da nicht spannend genug und erklärungsbedürftig. Ich habe im Deutschen Bundestag noch niemanden getroffen, der annähernd kapiert hatte, worum es ging. In Finanzfragen gibt es eine große individuelle Lücke und kollektive Dummheit.

Man kann nur eines tun:

1. Sammeln von Informationen über Gerichtsverfahren in Frankfurt,
2. Schwachstellenanalyse,
3. Maßnahmenpaket für Verbesserungen.

Ein Ministerpräsident, könnte eine solche leicht anzufertigende Studie finanzieren und dann den Gerichtshof für Finanzmärkte in seine Hauptstadt bringen. Zum Beispiel könnte man diesen Komplex beim Bundesfinanzhof in München ansiedeln.

Vielleicht klaut ja jemand die Idee, wäre nicht der erste Fall hier. Nun, wenn´s der Sache dient. Die Hessische Landesregierung kapiert das jedenfalls nicht, da braucht man sich keine Hoffnungen machen.

24 Januar 2008

Ende meines Gammelfleischskandals


Heute habe ich meinen Gammelfleischskandal beendet. Schon am Samstag habe ich die Dose beim Kramer reklamiert. Der Kramer mit Migrationshintergrund meinte was, von wegen, das wäre ihm noch nie passiert, er sei fünfzehn Jahre im Geschäft. Was bedeuten würde, dass ich einen kleinen Lottogewinn gemacht hätte. Vielleicht wollte mir das Schicksal etwas mitteilen mit der vergrabelten Fleischdose. An der Kasse kennt man mich jetzt und ich bekomme ausserordentlich höflich jedes Mal den Kassenbon persönlich in die Hand gedrückt: "Nehmen Sie mit, bitte."
Wenigstens gehöre ich zu den glücklichen Konsumenten, die überhaupt erkennen, wenn Fleisch verdorben ist. So, jetzt habt Ihr´s. Der Kramer hatte deshalb nie Reklamationen, weil halt wie beim Döner alles gefressen wird. So wunderte mich auch der Elektrobrief der Verbraucherschutzbehörde nicht, der vor einigen Stunden reinflatterte. Es heißt:

vielen Dank für Ihre Mail vom 19.01.2008.

Wir bitten Sie, sich an die Landeshauptstadt München zu wenden, da wir davon ausgehen, dass Sie die Fleischkonservein München gekauft haben und die Nachforschung somit in den Bereich der Lebensmittelüberwachung derLandeshauptstadt fällt.Wir empfehlen Ihnen, die besagte Fleischkonserve mitzunehmen und genaue Angaben zu Ort und Zeitpunkt des Kaufes zu machen.


Ich habe die Entscheidung getroffen, mich nicht an die Landeshauptstadt München zu wenden, weil ich eine Dose mit frischem Fleisch bekommen habe und niemand gefährdet ist, da man ein vergrabeltes Corned Beef ohne weiteres erkennen kann. Was beim Dönermann anders ist. Aber dort kann man ja auf einen Blick auf den Dönermann selbst werfen. Ist er vertrauenswürdig, wird alles seine beste Ordnung haben.


Dönermann...

Wall Street Journal rät schon wieder zum Schuldenmachen

Nun ist die Zeit gekommen, einen Hauskredit aufzunehmen, rät der Journalmann Brett Arends.
Das sagt einiges über die Ami-Schuldenkultur aus. Wenn es tatsächlich ein Abkoppeln anderer Volkswirtschaften von den Staaten gibt, dann ist es diese Kulturdifferenzierung, die sich vielleicht darin äußert, dass die EZB hoffentlich besonnen bleibt und die Inflationsgefahren nicht aus den Augen verliert. Erinnern wir uns an 1981. Damals wurden die Zinsen zweistellig. Die Konkunktur wurde zwar abgewürgt, aber danach hatten wir bis zur Rezession 2001 rund 20 Jahre lang ein ruhiges und gesichertes Leben. Schuldenmachen, nur weil die Zinsen niedrig sind, ist jedoch der sichere Tod für diejenigen, die die Lasten irgendwann nicht mehr tragen können. Das Spiel geht also von vorne los. Bin gespannt, wie viele noch darauf reinfallen.

23 Januar 2008

Finanzmärkte brechen zusammen........

.....der Bayerische Landtag steht felsenfest in der Brandung......

Finanzkrise: Ruhigstellung und Desinformation

Ich hätte nicht gedacht, dass man mich zum Publizieren nötigt. Aber gestern hat der Boss des Federal Reserve Board Ben Bernanke eine Senkung der Federal Funds Rate angekündigt, einem sogenannten Leitzins. Es handelt sich um eine historische Aktion, die ich hier dokumentieren muss. Die Ami-Zentralbank zeigt sich also entschlossen, den Markt mit Liquidität überschwemmen zu wollen. Natürlich kaufen nicht alle Marktteilnehmer Ben die Sache ab, da jeder weiß, dass es sich oft nicht einmal auszahlt, einen Kredit für wenig oder gar 0 % Zinsen aufzunehmen. Siehe Japan.
Wir werden sehen, was die Banken mit dieser günstigeren Refinanzierung machen. Es handelt sich ja um eine Subvention der Kreditnehmer. Leute mit Vermögen schauen derzeit in die Röhre. Wollen sie etwas handfestes haben, z. B. Schweizer Staatsanleihen oder auch noch einigermaßen sichere US Kurzläufer, dann zahlen sie bei der derzeitigen Inflation drauf. Das ist politisch gewollt. Unsere globale Führung wünscht sich, dass die Bürger konsumieren und investieren und das Geld nicht horten. Schon gar nicht will sie, dass vielleicht noch Bargeld unter der Matratze gelagert wird und der Elektriker mit diesem bezahlt wird.
Eine logische Folge war gestern deshalb die Tagesschau. Erst warnte der Dauermedienbrenner Klaus Nieding alle Kleinanleger davor, jetzt in Panik zu verkaufen. Dann trat sogar unsere geschätzte Kanzlerin auf und brabbelte was von wegen Deutschland hätte sich von den USA schon längst abgekoppelt. Guido Westerwelle, Chef einer wirtschaftsliberalen Partei (!) brüllte dann vom Rednerpult, der Staat solle gefälligst Kohle rüberlassen. Ich wähnte mich angesichts dieses großkoalitionären und großpseudooppositionellen Politbüros in der Aktuellen Kamera, der Tagesschau der DDR.
Worum es dabei ging ist klar: Ein Run auf die Banken und eine Vertrauenskrise soll auf jeden Fall verhindert werden.
Nun schreibt heute das Wall Street Journal bereits darüber, dass ein solcher Run virtuell schon längst stattgefunden habe, nämlich in Second Life. Das gibt zu denken. Die Informationselite riecht scheins einen Braten, den die Masse noch nicht riecht. Mir wird die Vehemenz der Desinformation gestern in der Tagesschau (!) auch ein bisserl zu viel. Ich erinnere mich an die Argentinienkrise. Bis zum Schluss hatte IWF-Boss Horst Köhler Durchhalteparolen ausgegeben und den Märkten versichert, es sei alles in Ordnung. Natürlich war es das nicht, was Köhler wusste. Die Schlauen bunkerten derweil ihre Kohlen überall, nur nicht in Argentinien. Sogar der spätere Präsident Nestor Kirchner transferierte Millionen in die Schweiz. Die, die an die Politiker glaubten, waren dann die Dummen und standen vor verschlossenen Banken.
Hinzu ist zu sagen, dass weder Köhler noch Merkel irgendein Risiko eingehen. Die falsche Aussage, Deutschland hätte sich von den USA weitgehend abgekoppelt, wäre bereits Anlass zu einer Klage, wenn es ein Firmenboss gesagt hätte (Irreführung des Marktes zur falsche Ad-Hoc-Mitteilung).
Man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Ich erinnere mich an 1987. Ich war damals nicht betroffen und zog mir ruhigen Gewissens die Kurse aus dem Bankcomputer. Damals erholten sich die Kurse wieder, die Zinsen waren auf historischen Niedrigständen. Jedoch kann ich mich nicht entsinnen, dass Millionen von US-Verbrauchern über ihre Lage nachgedacht hätten. Was heute anders ist. Die Immobilienkrise zeigt allen, dass man Vermögen nicht aufbauen kann, indem man Geld druckt. Die Al Gore Kampagne in Sachen Klimaschutz lässt einige auf der vierspurig überfüllten Autobahn im Benzinfresser überlegen. Die Staatsausgaben für eine globale Kriegsführung werden auch langsam hinterfragt. Vielleicht bahnt sich ja ein gesellschaftlicher Umbruch an?

22 Januar 2008

Argentinien-Anleihen: Dokumentation eines Gerichtsprozesses


Heute stelle ich der stetig wachsenden Leserschaft einmal Wissen über ein Gerichtsverfahren gegen die Argentinische Republik zur Verfügung. Sorry, liebe Fotofreunde, aber ich habe keinen Weißabgleich gemacht. Die Leuchstoffröhre verfärbt das Bild. Und, liebe Weitsichtige: Ich habe Schriftgrad 8 eingestellt, um Papier zu sparen. Es wird in diesen Gerichtsverfahren nämlich sehr viel Papier produziert. Ich will sparen. Hier eine kurze Chronik des Geschehens:

Also: Die Argentinische Republik zahlt einfach die Schulden nicht und hat eine globale Großkanzlei, natürlich US-amerikanisch, damit beauftragt, weltweit jedwede Prozesse abzuwehren. Name: Clearly Gottlieb. Der Vorteil für globale Finanzbetrüger wie der argentinischen Regierung ist der, dass eine Advokatenkanzlei (von Rechtsanwälten sollte man hier besser nicht reden) Experten aller nationale Rechtsordnungen und damit alle Informationen hat. Klage ich also in Buenos Aires und New York, weiß die argentinische Regierung das, und kann die Abwehr ohne weiteres organisieren. Das geht dann so weit, dass man über Kläger Informationen sammelt, um diese global herabzuwürdigen. Ich komme in meiner Argentiniensaga, die ich hier nach und nach veröffentliche, noch einmal darauf zurück. In New York nannten diese Advokaten das Fünf-Punkte-Programm der Interessengemeinschaft Argentinien und weitere Äußerungen "idiosyncratic". Äh. bzw. mich. Das heißt soviel wie "Idiot" oder "Volltrottel", aber auch "von unüberwindlicher Abneigung erfüllt sein." Zur Freude meiner zahlreichen Feinde, die sich in Internetforen wie Wiebel tummeln: Ja, ich gehe davon aus, dass Clearly Gottlieb mich da einen Trottel genannt hat. Es steht sogar im Protokoll des Bezirksgerichts New York.

Nun könnte man also sagen: "Jetzt hast Du es amtlich." Man könnte aber auch sagen, dass den Advokaten von Clearly Gottlieb zur Sache nichts eingefallen ist und sie sich deshalb auf dieses Niveau begeben haben. Aus diesem Grund haben Sie die Prozesse in New York ja allesamt verloren. Anders in Deutschland. Hier muss jeder Anleiheinhaber einen Kampf beginnen. Der beginnt mit einer Klageeinreichung. Bei mir ging diese am 7. Oktober 2007 raus. Ich hatte damals schon die in allen anderen Fällen zuständige Frankfurter Rechtsanwaltskanzlei Strba als Prozessbevollmächtigte angegeben. Ich dachte mir, das sei schon in Ordnung. Schließlich hatte ich mit dem Advokaten Strba des öfteren zu tun und er hat sich ja auch sehr besorgt über den Zustand des rührigen Anlegers Rolf Koch geäußert. Ein paar menschliche Züge waren da zu entdecken. Leider kam es dann anders. Strba hat den Auftrag, die Prozesse in Frankfurt so gut es geht zu verschleppen und er hat sämtliche Richter hinter sich. Es ist gute deutsche Richtertradition, wenn es darum geht, Regierungen und die privilegierte Klasse zu stützen und Bürger zu triezen.
Ich musste also herausfinden, wer Zustellungsbevollmächtigte war. Das war vor Jahren eine Fideurop, eine Briefkastenfirma, die damals aussagte, sie sei nicht zustellungsbevollmächtigt. Diese Firma hat derzeit folgende Anschrift:

Fideurop GmbH
Westhafentower
Westhafenplatz 1
60327 Frankfurt am Main

Die Anschrift hat Rolf Koch veröffentlicht und dank Suchmaschine habe ich dort anrufen können. Die Fideurop hat ihren Briefkasten nämlich eigentlich in München. In Frankfurt ist sie bei einem Advokaten angesiedelt. Es vergingen also schon deshalb Wochen.

Heute flattert mir nun ein Antrag des Advokaten Strba ins Büro. Er beantragt eine Fristverlängerung bis 14.03.2008. Er müsse meinen Bondclubprospekt nach New York und Buenos Aires transferieren und übersetzen. Alle anderen Richter hätten auch eine Fristverlängerung gewährt. Meine Antwort oben.

Ich rechne damit, dass die gute Richterin das Zeug erst mal liegen lässt und noch eine zweite und dritte Fristverlängerung gewährt. Wir haben ja alle viel viel Lebenszeit. Sollte es anders sein, wäre ich sehr überrascht. Ich werde die geschätzte Argentiniengemeinde natürlich über alle Vorkommnisse auf dem Laufenden halten.

Heil Dir oh deutsche Gerichtsbarkeit!

21 Januar 2008

Gleicher Antrag an Peer Steinbrück, BMF



Jetzt bekommt auch unsere geschätzter Bundesfinanzminister einen Antrag.
Da unseren Herren der deutschen Finanzmafia der Begriff "Staatsräson" fremd ist und sich jeder nur darum kümmert, gute Jobs zu bekommen, rechne ich nicht mit einer Antwort.
Der nächste Schritt ist dann eine Allgemeine Leistungsklage mit vorgeschalteter einstweiliger Anordnung beim Verwaltungsgericht.
Die Richter dort werden den Fall dann wegen Unzulässigkeit zurückweisen.
Dann ist der Weg frei für eine Petition an den Deutschen Bundestag, die dort dann monatelang verrottet.
So ist unser Staat. Er ist krank. Ich werde weiterhin dokumentieren, wie krank er ist und verweise auf die Lage an den Finanzmärkten, die sich noch verschlimmern wird.

19 Januar 2008

Antrag auf Berufsverbot für Helmut Bauer bei der Deutschen Bank



Jetzt habe ich mir ein paar Minuten genommen und doch gleich einen Antrag an BaFin-Boss Sanio gestellt. Es ist nämlich wirklich nicht mehr feierlich, wenn Mafiamethoden in Deutschland sogar noch als "intelligent" hingestellt werden. Es gibt eine klare Amtstrennung zwischen Aufsicht und Geschäftsbanken. Verschwindet diese, ist der Laden von Jochen Sanio noch weniger ernst zu nehmen. Sanio als "Jurist" sollte eigentlich die Grundlagen des Beamtenrechts beherrschen.
Auch den sogenannten Finanzjournalisten muss endlich mal in den Hintern getreten werden. Ich erinnere mich nur zu gut an einen Nachmittag im Berliner Adlon. Im Nebenbesprechungsraum war eine Veranstaltung mit Sanio und es war wirklich eine Zumutung wie unsere Medienvertreter diesem hineingekrochen sind: widerlich. Wahrscheinlich erhoffen auch Sie sich eine Jobrotation. Sanio bekam natürlich auch eine Argentinienaktivistenansichtskarte mit Bild aus Buenos Aires. Er wusste aber überhaupt nicht, worum es da ging und wandte sich in seiner gestelzten Art einer mir schon seit Jahren bekannten inkompetenten Oberkriecherin einer spezialisierten Tageszeitung zu.

Joe Ackermann aber, meine ich, übertreibt derzeit ein bisserl. Also Hohe Beamte kaufen, irgendwie überspannt er da den Bogen. Er schätzt aber unsere deutsche Elite schon richtig ein: Eine Hand wäscht die andere.

Finanzaufsichtsbeamer Helmut Bauer wechselt zur Deutschen Bank

Eine kleine Geschichte über den Zustand unseres Landes ist der Wechsel des ehemaligen BaFin-Beamten Bauer zur Deutschen Bank. Spiegel schreibt:

Laut eines Sprechers des Bundesfinanzministeriums, das die BaFin kontrolliert, gibt es keine rechtliche Handhabe gegen den Wechsel.

Der Schreiberling, Journalist kann man ihn ja nicht nennen, zitiert dann noch ein paar Aussagen von der Internetseite der BaFin anstatt mal nachzuschauen, ob die Aussage unseres geschätzten Bundesministeriums der Finanzen stimmt. Das wäre ziemlich einfach gewesen, wenn der Schreiberling nur über Grundlagenwissen in Sachen Staatsbürgerkunde verfügen würde. Im Bundesbeamtengesetz heißt es nämlich:

§ 69a

(1) Ein Ruhestandsbeamter oder früherer Beamter mit Versorgungsbezügen, der nach Beendigung des Beamtenverhältnisses innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren oder, wenn der Beamte mit dem Ende des Monats in den Ruhestand tritt, in dem er das fünfundsechzigste Lebensjahr vollendet, innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren außerhalb des öffentlichen Dienstes eine Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit aufnimmt, die mit seiner dienstlichen Tätigkeit in den letzten fünf Jahren vor Beendigung des Beamtenverhältnisses im Zusammenhang steht und durch die dienstliche Interessen beeinträchtigt werden können, hat die Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit der letzten obersten Dienstbehörde anzuzeigen.

(2) Die Beschäftigung oder Erwerbstätigkeit ist zu untersagen, wenn zu besorgen ist, daß durch sie dienstliche Interessen beeinträchtigt werden.

(3) 1Das Verbot wird durch die letzte oberste Dienstbehörde ausgesprochen; es endet spätestens mit Ablauf von fünf Jahren nach Beendigung des Beamtenverhältnisses. 2Die oberste Dienstbehörde kann ihre Befugnisse auf nachgeordnete Behörden übertragen.


Das Bundesministerium der Finanzen, bzw. die BaFin bei Übertragung der Zuständigkeit, ist letztendlich gesetzlich dazu verpflichtet, die Tätigkeit Bauers zu untersagen, weil er der Deutschen Bank die Schwächen der BaFin mitteilen kann und somit der Deutschen Bank einen Wettbewerbsvorteil in Sachen Austricksen der Aufsichtsbehörde verschafft. Es besteht dann natürlich noch die Möglichkeit, dass Bauer Angestellter war. Aber in den Tarifverträgen der Öffentlichen Hand ist eine ähnliche Wettbewerbsklausel enthalten wie in jedem Geschäftsführerstandardvertrag. Es wäre jedoch auch bezeichnend für den Zustand unserer sogenannte Finanzelite, wenn primär hoheitliches Handeln des Staates mittlerweile von Angestellten übernommen würde.

Ich stelle jetzt mal keinen Antrag auf Untersagung, sondern warte mal ab, ob irgendein Journalist oder gar Bankangestellter auf diese Beamtenpflicht kommt und schreite dann ein, wenn ich Zeit und Lust habe.

Neuer Gammelfleischskandal: Vergrabeltes Corned Beef


Jetzt habe ich auch noch einen veritablen Gammelfleischskandal. Und das in Gestalt eines ätzend stinkenden, grauen Konglomerats aus verwestem, tierischen Fleisch. "Vergrabelt" drückt das präziser aus als "vergammelt", auch wenn das Wort nicht im Duden steht. Irgendwie hat das Wort in bayerisch-autochthonen Kreisen überlebt.
Es handelt sich um eine Dose Corned Beef, also gepökeltem Rindfleisch mit folgender Kennzeichnung:

hawa, Spezialitäten aus aller Welt, Hamburg, Beefland Corned Beef, Inhalt netto 340 Gramm,
Mindestens haltbar bis: 28.02.2012
Qualitäts Corned Beef, hergestellt in Brasilien unter staatlicher Kontrolle
Hergestellt für Werner Simon GmbH & Co. KG, 16816 Neuruppin
Uso autorizado pelo Ministerio da Agricultural/SIF/DIPOA sob no. 0688/337
Packed under Brazilian Government Inspection, C.N.P.J. No 01.597.168/0013-22 - EST. 337
Strichcode: 4001155000200 - Nummern auf Dosenboden: 070208 TA - 188773 L1

Jetzt informiere ich einfach mal eine Behörde. Bayern hat ja seit dem Dönergammelfleischskandal eine Plattform ins Internet gestellt. Zuständig ist also das Gewerbeaufsichtsamt bei der Regierung von Oberbayern, das ich jetzt mit einer E-Mail über den Vorfall benachrichtige. Mal sehen, was passiert.

Zum Kramer geh ich natürlich auch noch rüber. Aber der kann nix dafür, weil er nicht jede Dose kontrollieren kann.

Hier der Elektrobrief an die Regierung von Oberbayern:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit informiere ich Sie über eine Dose mit vergammelten Fleisch.

Nähere Informationen im Internet unter:

http://dorfkramer.blogspot.com/2008/01/neuer-gammelfleischskandal-vergrabeltes.html


Viele Grüße

18 Januar 2008

Beschreibung einer Spekulation Teil II

Heute früh habe ich mal detailliert beschrieben, wie Geschäfte mit Wertpapieren laufen.
Nun komme ich ins Büro zurück und lese, einen Tag zu spät, den vom Wall Street Journal abgekupferten Artikel auf Spiegel Online. Ob der gute Marc Pitzke tatsächlich in Las Vegas war, ist sehr fraglich. Seinen Artikel konnte jeder schreiben, der ein bisserl in amerikanischen Medien schmökerte.
Nun fiel der Kurs der Deutschen Bank tatsächlich, weil Spiegel Online Leitmedium ist und viele Leser hat, die nicht genau unterscheiden können zwischen Wahrheit, Wichtigkeit, Geplänkel und den vielen Interpretationsmöglichkeiten, die man so hat.
Es werden jetzt viele Artikel deutscher Medien kommen, weil viel von Spiegel Online abschreiben.
Aber wie schwierig es ist, Geld mit sowas zu verdienen, zeigt der Kurs der Deutschen Bank Aktie. Der ging innerhalb weniger Minuten wieder nach oben. Man muss also schnell agieren und reagieren können, sonst wird das nix.
Ein kleiner Fall also aus der Kommunikationswissenschaft, der aufzeigt, wie bestimmte Dinge laufen.

Beschreibung einer Spekulation

Gestern habe ich mich also einmal wieder seit langer Zeit einer Tagesspekulation gewidmet und freue mich wie ein Schneekönig, dass ich unterm Strich 145 Euro einsacken konnte.
Also: Das Wall Street Journal (Pflichtlektüre!) berichtete gestern groß darüber, dass ein US-Immobilienunternehmer seine Darlehen nicht mehr prolongieren konnte. Er hatte einen Riesenkomplex in Las Vegas beliehen und die Laufzeit endete in diesen Tagen. Derzeit ist es sehr schwer, Kreditgeber zu finden. Und so hat der Hauptkreditgeber entschieden, den Gebäudekomplex zu verhökern. Und: Es war die Deutsche Bank. Das liest sich dann so:

"Investment bank Deutsche Bank on Wednesday filed a notice of foreclosure on the $3 billion Cosmopolitan Resort & Casino project for a construction loan of $760 million that just matured, the developer confirmed.

Developer and owner Ian Bruce Eichner said his company, 3700 Associates LLC, was working with Deutsche Bank and Merrill Lynch to find new investors."

Jetzt sind 760 Millionen Dollar natürlich kein Pappenstiel und die Sache wirft ein helles Licht auf die derzeitige Lage an den Kreditmärkten. Wenn das Projekt 3 Milliarden "wert" ist und die Deutsche Bank sogar bei 25 % dieser Summe die Muffensausen bekommt, dann ich sozusagen die K* am Dampfen, prägnanter lässt es sich nicht ausdrücken.

Nun wartete ich auf eine entsprechende Meldung in Spiegel Online oder dpa. Ich rechnete damit, dass deutsche Journalisten in den USA die Nachricht aufgreifen würden. Es ist bekannt, dass Formate wie Spiegel Online viele Artikel aus der New York Times oder dem Journal mehr oder weniger abschreiben, bzw. ins Deutsche transponieren. Das ist billiger, als selbst zu recherchieren. Auch verstehen die Redaktionsbosse Englisch. Was dazu führt, dass die Nachrichten aus dem englischsprachigem Ausland bei uns dominieren. Man will halt keinen Stab in Spanisch, Türkisch oder Chinesisch unterhalten. Ein Panikbericht in der deutschen Presse hätte jedoch dazu geführt, dass der Kurs steil nach unten gegangen wäre.

Ich entschied mich also dazu, einen Put-Optionsschein zu kaufen. Dies läuft hervorragend über die Börse Stuttgart. Es gibt aber auch bei Depotbanken die Möglichkeit, solche Dinge direkt vom Kontrahenten zu erwerben. Das tat ich dann auch. Natürlich Kurzläufer, um die Sache spannend zu machen. 0,37 Euro pro Stück. Ich setzte 960 Euro ein. Mehr ist derzeit für sowas nicht drin.

Als ich am Nachmittag nach Hause kam, sah ich natürlich sofort nach. Aber die verflixte Meldung kam nicht. Zum Kotzen, dachte ich und sah mir den Chart an. 0,43 immerhin, ein Hunderter. Als symbolischer Einstieg nicht schlecht. Ich räumte das Zeug raus, bekam 0,42. Und verdammt, dann ging es los. So um fünf Uhr kackte die DB regelrecht ab. 0,43-0,44-0,45 in wenigen Minuten. Sofort musste ich reagieren. Ich kaufte fast den doppelten Betrag zurück und wartete ab. Der Kurs des Optionsscheins stieg noch auf 0,47. Dann war Ruhe im Karton. Die Wall Street schien den Wert nicht mehr sonderlich zu beachten. Die Kommunikationsspekulation war sowieso gescheitert. Also verkaufte ich, zumal Feierabend war. 0,47. Unterm Strich: 145 Euro. Nach Abzug der Spesen.

Ich werde die Sache weiter beobachten. Spekulation ist ein hartes Brot, wenn man wenig Einsatz hat.

Politikkommunikation in Fall Nokia

Die Dummheit unserer politischen Führung manifestiert sich derzeit in Sachen Nokia. Der finnische Mobiltelefonhersteller möchte ein Werk in Nordrhein-Westfalen schließen und die Produktion nach Rumänien verlagern. Im Gegensatz zu BenQ Mobile hat sich die Nokia Führung diesen Schritt genau überlegt und wickelt das Werk nach den Grundsätzen eines ordentlichen Kaufmanns ab. Die Mitarbeiter bekommen frühzeitig Nachricht über die Schließung und können sich in aller Ruhe auf dem Arbeitsmarkt umsehen. Es ist derzeit nicht schwierig, Arbeit zu finden.

Was machen nun unsere Polit-Doofies? Sie regen sich maßlos auf und versuchen nun den Ruf von Nokia zu schädigen. Sehen Sie sich mal die Kampagne an, die parteiübergreifend gefahren wird.

Erinnern Sie sich an BenQ Mobile? Damals hat niemand gegen die Firmenzentrale in Taiwan etwas gesagt. Dies, obwohl der damalige Boss Lee, den Laden einfach hat hops gehen lassen. Nokia tut nun etwas anderes, wickelt ordentlich ab und geht aus Gründen, die wir kennen, nach Rumänien. Eine begründete, unternehmerische Entscheidung.

Das Politikergeschwafel ist nicht nur unkontrolliert und dumm, weil es die ganze Nokia-Wertschöpfungskette in Deutschland in Mißkredit bringt. Die Nokia-Händler um die Ecke werden derzeit durch dieses Geschwafel in Zusammenarbeit mit BILD geschädigt. Es ist auch ungerechtfertigt, weil wir uns auf einen Standortwettbewerb in der Europäischen Union längst geeinigt haben. Wenn Rumänien, Ungarn, Österreich nun bessere Bedingungen bieten, dann sollte man die Innovationskraft und den Willen dieser aufstrebenden Länder anerkennen und sich diesem Wettbewerb stellen.

Bei BenQ jedoch hat man die Sache einfach verpennt. Erinnern wir uns: Obwohl die Bundesrepublik und das Land Nordrhein-Westfalen größte Gläubiger sind, hat der NRW-Finanzminister erst nach einer Benachrichtigung von mir ein paar, leider unbedarfte Beamte nach München zur Gläubigerversammlung geschickt. Wahrscheinlich meint der NRW Boss Rüttgers jetzt, er müsse ins Horn stoßen. Wie unsere politische Führung im Allgemeinen, denkt er jedoch nicht einmal fünf Minuten darüber nach, was er damit anrichtet.

16 Januar 2008

Chaos an den Finanzmärkten Teil II

Ich schließe unmittelbar an meine Chaostheorie an und dokumentiere den freien Fall der Aktie der Hypo Real Estate, das ist die Nachfolgebank der ehemaligen Hypothekenbankperlen

Süddeutsche Bodencreditbank AG
Nürnberger Hypothekenbank AG
Bayerische Handelsbank AG.

Nachdem schon gestern Vormittag eine Aussage vom Boss der Deutschen Bank, Joe Ackermann durchs Netz geisterte, kam also der reale Einbruch und NACH dem Einbruch kam die unvermeidliche Warnung vor der totalen Katastrophe durch unsere geschätzten Nationalökonomen.

Die Frage ist natürlich, ob man jetzt noch Short gehen sollte. Die Stimmung spräche dafür und runter geht es immer schneller als rauf. Die rationalere Strategie ist das Beibehalten von Cashpositionen, um sich dann NACH dem Abrutsch und der Kursbereinigung und NACH sorgfältiger Analyse wieder auf den Einstieg vorzubereiten.

Geld wird auf alle Fälle teurer, die Zentralbanken werden die Subvention der Banken bald aufgeben müssen, sonst ertrinkt der Güter- und Vermögensmarkt weiterhin im Geld. Die Inflation ist durch das Abwarten der Notenbanken schon jetzt unvermeidlich.

Für gute Kreditnehmer wird sich aber wenig ändern, da sie einen sehr starken Verhandlungsspielraum haben. Das Motto heißt nach wie vor: Bargeld lacht. Und wenn die Bank zuviel möchte, dann wird der Kredit eben abgelöst.

Was jetzt noch fehlt, ist ein mediengerechter Schlag gegen die Weltwirtschaft. Vielleicht gelingt es Al Quaida ja wirklich, ein paar Schifferl in der Malakka Straße zu versenken. Dann wäre der Teufel los. Auf sowas muss man in dieser Konstellation vorbereitet sein.

Die Globaltechnokraten um Ex-IWF-Boss Horst Köhler haben weder die Mittel, noch die Fähigkeiten, ein Finanzmarktchaos abzuwehren. Die alten Hasen glauben diesen Typen schon lange nicht mehr. Bin gespannt ob der Joe Ackermann die Rolle des Wirtschaftsweisen übernimmt, der Vertrauen aufbaut und so die Märkte beruhigt. Wie gesagt: Es fehlt an allen Ecken an Integrationsfiguren, die noch ernst genommen werden.

15 Januar 2008

Gewaltbereite deutsche Jugenbanden in München

Endlich greifen die Massenmedien das Thema jugendliche Gewalt auf. Allerdings unter Ausblendung der Sachlage. Es wird nämlich sofort nach der intellektuellen Haudraufmanie im Stile eines Frank Schirrmachers, ein Schlagwort ausgemacht, das in diesem Falle etwas mit dem Migrationshintergrund der Gewalttäter zu tun habe. Es müsse ja schließlich etwas dargestellt werden, auf das argumentativ aufgebaut werden könne. Was dazu führt, dass Schirrmachers Kommentar Zeitverschwendung ist, da er an der existierenden Welt scheitert. Warum?

Ich schildere eine Fall, der sich vor drei, vier Monaten bei uns im Innenhof unserer Wohnanlage abgespielt hat. In diesem Hof wurde, wie bei Neubauten vorgeschrieben, ein Sandkasten für die spärlich vorhandenen Kinder eingebaut mit einem überdachten Häuserl. An einem verregneten Nachmittag kam ich nun einmal nach einem Isardauerlauf heim und sah da gegenüber von meinem Balkon zwei Jugendliche, so um die 16 oder 17, in diesem Sandkastenhäuserl hocken. Sie hatten zwei Augustinerbierflaschen dabei, die sie soffen. Eine typische Langweileaktion, die mir aus meiner eigenen Jugendzeit bekannt ist. Ich habe mich darüber nicht aufgeregt, sondern eher gedacht: "Ihr armen Schweine, wisst nicht, wie Ihr Euch beschäftigen sollt. Shit, was bin ich froh, nicht mehr in diesem Alter zu sein." Die zwei taten auch nichts weiter und so ließ ich ihnen Ihr Refugium, obwohl das ein privater Innenhof ist. In diesem Sinne betrieb ich durch die Finanzierung des Sandkastenhäusls eine Art Jugendhilfe.

Bis es zum Eklat kam. Einer der Beiden, wahrscheinlich schon reichlich angeschickert, stellte sich an, in die Ecke des Innenhofes zu bieseln und: Er tat das auch noch, lang und ausgiebig. Wie sich Männer eben beim wilden Bieseln freuen. Das war eine klare Grenzüberschreitung, über die sich jeder Hund aufregen würde. Ich ging also kurz im Bademantel raus und erhob meine Stimme: "Leute das geht zu weit. Fünf Minuten noch, dann schleichts Euch," so mein Credo. Zu meiner Überraschung vernahm ich ein "Ist schon recht." Und die beiden zogen tatsächlich ab. Ich begann wieder an die Vernunft der spätpubertierenden Jugend zu glauben. Jetzt kommts:

Als ich angezogen wieder in die harte Großstadtwelt Münchens hinauszog, um mich dem täglichen Überlebenskampf zu widmen, standen unter der Überdachung am geöffneten Zugang der Wohnanlage plötzlich die beiden Biesler und noch zwei Typen an der Wand stehen. Sie rauchten Zigaretten und aschten demonstrativ auf das Pflaster. Ich pfiff sie an und erhielt eine negative Rückantwort. Von wegen, was willst Du alter Sack. Für mich Anlass, auf einen der vier zuzugehen und ihn am Krawattl zu packen, um ihn aus der Wohnanlage rauzuwerfen. Es gesellte sich sofort ein ganz Frecher dazu der mir androhte, mir "das Kreuz zu brechen." Ein heftiger Wortwechsel mit erheblichem Adrenalinausstoß aller Beteiligten entwickelte sich. Ein paar Nachbarn, die die Szene mitbekamen, riefen plötzlich vom Balkon des dritten Stocks "Polizei, Polizei." Dann drohte mir der Jungkrawallo noch mit einem Rechtsanwalt, wobei ich ihn dezent darauf hinwies, dass er sich hier auf Privatgrund befände, was auch klar und deutlich am Zugang geschrieben stand. "Wir kommen wieder", hörte ich dann noch und ging von dannen. Für Gesprächsstoff war gesorgt. Mein Spezl und ich lachten uns beim abendlichen Telefonat scheckig, als ich ihm erzählte, dass ich jetzt sogar eine eigene Streetgang hätte und das mitten in Münchens gediegenstem Viertel. Zum Schießen. Wenn das vor dreißig Jahren bei uns im Dorf passiert wäre, hätte man die Jugendlichen ordentlich hergenommen, dann wäre Ruhe gewesen. Das Stadtvolk sei einfach verweichlicht.

Wenn ich mir aber mittlerweile die U-Bahn Berichte so anschaue, dann denke ich mir, dass ich auch eine ordentliche hätte einfangen können. Was uns daran hinderte, zuzuschlagen, war die Tatsache, dass wir wussten, dass es wahrscheinlich nur Verlierer gegeben hätte. Das ist in der U-Bahn natürlich nicht so. Verlierer ist erst einmal der Getretene, der sich nicht wehren kann, weil die Masse zu feig ist, gemeinsam etwas gegen solche Idioten zu machen.

Und Frank Schirrmacher? Der hat noch gar nicht überrissen, dass es überhaupt nicht darum geht, Jugendlich schon wieder einzuordnen und ihnen einen Stempel aufzudrücken. Meine Streetgang besteht nämlich nicht aus Problemkindern irgendwelcher Familien mit Migrationshintergrund. Es sind einfach gelangweilte, rotzfreche Buam, die ihren Platz noch nicht gefunden haben. Diese Buam haben überhaupt keine Orientierung mehr, weil ihnen keine Grenzen aufgezeigt werden. Es ist ja alles wurscht, was ich in diesem Thema "Religionslobby" ausführlich beschrieben habe. Ich kenne im Viertel keine einzige bekannte Integrationsfigur, deren Auftauchen dazu führen würde, dass sich die Leute zusammenreißen. Die Reichen und Privilegierten wie Schirrmacher sind es, die diesen Zustand herbeigeführt haben und zwar weltweit. Sie wollen sich nicht mit der Realität auseinandersetzen, sonder verschanzen sich lieber in ihren Villen, am Besten außerhalb sozialer Brennpunkte. Soziales Engagement sind dann Spendenaktionen mit Bunte-Berichterstattung und Sozialreden von Politikern. Die Straße ist jedoch anders. Deshalb ist der Bockmist, den Schirrmacher verzapft, keine Minute Aufmerksamkeit mehr wert als die Minute, die man braucht, um zu erkennen, dass dieser Schirrmacher Bockmist verzapft. Er sollte sich einfach mal aus seiner Redaktion raus bewegen und erkennen, wie viele rotzfreche, gelangweilte Jugendliche sich aus Kreisen seiner privilegierten Schicht rumtreiben. Die Massenmedien verschweigen natürlich diese gewaltbereiten Jugendlichen und schieben sogenannten Migranten die alleinige Schuld zu. Ein einfacher Weg, der schon immer bestens funktioniert hat. Und zwar für die privilegierte Schicht.

13 Januar 2008

Alpenblick vom Alten Peter: Ja, man kann den Staufen sehen


Jeder klare Wintertag ist ein Ereignis. In dieser Woche gab es endlich wieder zwei solcher Tage. Grund genug, auf den Alten Peter zu steigen und endlich einmal dem Mythos nachzugehen, man könne von ihm aus den Inzeller Staufen sehen. Tatsächlich, es ist wahr: Die ganze Staufenkette vom Hochstaufen bis zum Gamsknogel leuchtete herüber. Sogar den Untersberg konnte man ohne weiteres mit bloßem Auge sehen. Ich wähnte sogar den Falkenstein herausragen. Aber dafür benötige ich ein Teleobjektiv. Werde weiterhin am Ball bleiben.

11 Januar 2008

Argentinen Anleihen: Brief an Hessens Ministerpräsident Roland Koch


Heute ist es mal wieder an der Zeit, deutliche Worte zu sprechen. Roß und Reiter müssen genannt werden. Was sich die Gerichte in Frankfurt geleistet haben und sich noch leisten, spottet jeder Beschreibung. Leider ist die marode Justiz ein bundesweites Phänomen und nicht auf Frankfurt beschränkt. Weil der Richterbund jedoch zu den Vorgängen in Hessen eine arg große Schnauze hat und die Frankfurter Gerichte den Komplex Argentinien zu verantworten hat, ist Roland Koch jetzt endlich einmal wachzurütteln.
Wenngleich klar ist, dass das Schreiben von einem Mitarbeiter der Hessischen Staatskanzlei mit dem Vermerk z. A. abgelegt wird. Kleinkariert wie unsere Provinzpolitiker sind, kümmern sie sich vorrangig um die kleinen Dinge und lassen Milliarden gerne sausen. Argentinien, die BenQ Bosse und andere in der großen weiten Welt freuen sich über so viel geballte deutsche Dummheit.

08 Januar 2008

Die Eishallensoap geht weiter

Neue Erkenntnisse in der Inzeller Eishallen-Soap: Wichtige Politiker, unter anderem der Kultusminister Schneider, Wahlkreisabgeordneter Ramsauer und der Inzeller Bürgermeister haben sich mit der Deutschen Eisschnelllaufgemeinschaft darüber geeinigt, dass die Halle für 30 Millionen noch 2010 fertig sein müsse. Wieder mal Pressemitteilung raus und das hat heute ein paar Meldungen zur Folge, die ich hier dokumentiere:

Inzell-Bahn wird überdacht, schreibt die FTD
Bahn in Inzell wird voraussichtlich überdacht, sagt uns Active Woman
Bis März muss die Entscheidung her, meinen gar die Rosenheimer Nachrichten
und das Traunsteiner Tagblatt wird zitiert mit den Worten:

"Die Überdachung des Inzeller Eisstadions scheint in greifbare Nähe zu rücken."

Gefasst wurden die Beschlüsse und Zuschüsse am Rande der bundes- und weltpolitisch wichtigen Deutschen Meisterschaft. Eine Gesprächsrunde eines Nischensportverbands mit ein paar Regional- und Lokalpolitikern bestimmt also, dass der Bund und Bayern einen zweistelligen Millionenbetrag auf den Tisch legt und vergleicht die Halle mit der Allianzarena in München, äh. also den DEC Frillensee mit dem FC Bayern. Aha.

Eigentlich kann man diesen Schwachsinn nur mit Humor nehmen, wenn es nicht so traurig wäre. Und die "Journalisten" plappern´s nach. Für Leute, die nur die Schlagzeilen überfliegen ist die Sache somit klar. Für Leute, die tiefer einsteigen ist die Sache auch klar. Sie wird hier nur dokumentiert. Es gibt tausende andere, die dieses Bla Bla der sogenannten Politik gedanklich schon längst abgehakt haben.

Das Café Roma schließt seine Pforten


Ereignisse werden immer erst als solche wahrgenommen, wenn man sie sieht. So auch die Schließung des Café Roma, die schon vor Wochen im Bezirksausschuss behandelt worden war. Trotzdem fiel mir erst heute das Ereignis so richtig auf. Als ich am Maximilianseck Nordost vorbeiging stieß ich auf einen Haufen mit alten Regalen und sonstigem Inventar des Roma. Ich ging dann nochmal hinein und sah, dass die Bar und die meisten Einrichtungsgegenstände noch so wie immer vorhanden waren. Sogar die Bilder hingen noch an der Wand. Dann fragte ich einen Herrn mit Aktenkoffer auf dem Tisch, ob denn noch etwas von der Einrichtung zu haben wäre. Er verwies mich an den anwesenden Herrn Lewy, der für das Roma verantwortlich sei und dieser bot mir wiederum freundlich an, ich möge ihm ein Angebot machen. Ein paar Sessel seien noch da. Auch die Bar. Aber bei der schwebten Hundert Riesen im Raum.

Das Schließen des Roma ist ein einschneidendes Ereignis. Warum, hat die die Süddeutsche in einem Artikel veröffentlicht, der den Kern der Sache trifft. Wenn er natürlich nicht die persönlichen Erinnerungen Zehntausender von Menschen beschreiben kann, die in den letzten Jahren das Roma bevölkert haben. Es war ja ein großer Zoo und was allen in Erinnerung bleibt sind die Zeitungen in den Leitsprachen der Alpenbewohner: Deutsch, Italienisch, Französisch und Englisch, und der wunderschöne Terrazzoboden, der in München einzigartig ist. Ich habe schon vor Jahren beim Roma angefragt. Man möge mir doch bitte den Hersteller dieses Terrazzobodens verraten. Leider bekam ich keine Antwort. Aber ich kann ja noch einmal fragen. Ich werde Herrn Lewy nämlich ein Angebot machen für drei der schon arg abgesessenen oder versessenen Sessel. Vielleicht kann ich sie ja in mein Kaffeebarprojekt einbinden. Dann würde das Café Roma noch ein bisserl weiterleben. Zum Verklären. Aber auch als Motivation, den Kampf um die Maximilianstraße aufzunehmen und sie für einheimische Geschäftsinhaber zurückzuerobern. Die von den einheimischen Konzernangestellten vertrieben werden. Unter Aufsicht der einheimischen Politik und Wirtschaft. Das Ereignis der Schließung des Café Roma ist deshalb keine Kapitulation, sondern der Auslöser für kleine und feine Gegenströmung. Und die kann sich leicht zu einem Tsunami entwickeln.

02 Januar 2008

Rubrik Neujahrsangebote


Gesehen Unken/Pinzgau, Grenzübergang Steinpass