17 Dezember 2007

Globale Finanzmärkte und das Chaos

Heute versuche ich mal eine Analyse, die keine ist, da es sich makro- als auch mikroönonomisch ausanalysiert hat. Werfen wir einfach mal einen Blick auf das derzeitige Szenario:

-Wir haben weltweit die höchsten Preis seit Jahrzehnten für Nahrungsmittel und Rohstoffe.
-Wir haben immer noch hohe Preise für Immobilien weltweit ausser in Deutschland.
-Wir haben weltweit billiges Geld.
-Wir haben künstliche Preise für Währungen in Ländern wie China, Argentinien, Japan.

Wer die Zeitungen mit Aufmerksamkeit verfolgt, nimmt eine verstärkte Berichterstattung über dieser Tatsachen wahr. Heute schreibt das Wall Street Journal z. B. über das Auseindanderdriften der langfristigen Zinsen mit den Inflationsdaten. Es gäbe Anleger, die US-Treasuries kauften, obwohl diese weniger einbrächten als Güter teurer würden.

Das ist seit zwei Jahren klar. Ein verdreifachter Ölpreis und die Commoditypreise kommen irgendwann an und das ist jetzt der Fall. Das einzige, was noch zu haben ist, ist lustigerweise Geld. Wer sein Einkommen nach oben anpassen kann, weil es der Markt hergibt, nimmt langfristige Darlehen auf. Wer nichts mit seinem Geld anzufangen weiß, hält es seit Monaten Cash.

Aber warum jetzt der Chaoshinweis im Titel dieses Beitrags? Ganz einfach. Die obigen Ausführungen sind viel zu kurz gegriffen. Die Nationalökonomen dieser Welt sind sich gar nicht bewusst, dass die Analyse der globalen Wirtschaft mit derzeitigen Methoden gar nicht möglich ist. Und die Marktteilnehmer? Sie wissen nicht, was los ist. Bekommen wir Deflation, weil ja jetzt schon die hohen Preise einkalkuliert sind oder wird die Inflation noch schneller ansteigen? Soll ich mein Haus in England oder Spanien verkaufen oder gar Reisvorräte aufstocken? Wann beende ich meine Mc-Donalds-Cheeseburgerorgien? Bei 1,10 oder 1,30 €. Wann muss Mc Donalds seine mittlerweile günstigen Produkte verteuern? Lohnt sich die Verlagerung von Fabriken in den europäischen Osten noch oder gar nach China? Wann brechen die Disparitäten zusammen? Und vor allem: Wie schnell geht das?

Weder Zentralbanken noch Behörden können den Markt steuern. Oder gar Institutionelle. Wir stehen vor einer Zeit des Umbruchs. Der Angleichung an die in den letzten Jahren geschaffenen Fakten. Es ist eine Zeit gekommen wie 2001/2002, in der keiner so richtig weiß, was passieren wird. Aber jeder weiß, dass etwas passieren wird. Deshalb und nur deshalb schreibe ich diesen Artikel als Dokumentation, dass es Menschen gegeben hat, die ein heraufziehendes Chaos gespürt haben.