05 Dezember 2007

Eishalle Inzell: Viel Bla Bla um nichts

Jetzt hat also der Bürgermeister der Gemeinde Inzell den Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung über seine Vision einer Eishalle in Inzell informiert. Wie das in etwa gelaufen ist, habe ich mir von Zeugen sagen lassen. Also, der Bürgermeister stellt sich vor, dass der Bund die Halle irgendwie bezuschusst. Dahinter stünde natürlich auch der Gemeinderat. Die Halle soll die modernste in Mitteleuropa werden und damit Touristenströme aus aller Welt nach Inzell locken. Ein 24-Stunden-TV-Kanal solle nur über Eisschnellauf in Inzell berichten. Mit den Massensportarten Eisschnellauf, Eishockey in der Landesliga Süd (äh, hoffentlich nicht bald Bezirksliga), Eisstockschießen, Hundeschlittenrennen und Curling (! hat der Bürgermeister vergessen), sollen zigtausende von Tagesbesuchern an Inzell gebunden werden und Riesenmumsätze generieren. Die kleinen und veralteten Eishallen wie in Bad Tölz seien dem Untergang geweiht. Eine spezielle Ausrichtung der Vermarktung auf Holländer würde auch die Halle in Heerenveen in die Pleite treiben. Die Rettung für Inzells Tourismus bestünde nur im Bau der Halle. Der Bund und der Kultusminister, mit dem der Bürgermeister mittlerweile einen "heißen Draht" unterhielte (gebührenfreie Telekom-Hotline) hätten einfach keine Wahl, sie müssten die 30 Millionen rausrücken und für zwanzig Jahre den Unterhalt übernehmen. Staus wie beim Eisspeedway würde es nicht geben, da eine Anbindung an das ICE-Netz geplant sei. Der Bürgermeister:

"Wir sind im Gespräch."
"Die Verhandlungen laufen jetzt heiß."
"Jetzt müssen Beschlüsse her."
"Es läuft nicht alles rund, aber es läuft."
"Jetzt sind die Entscheidungsträger dran."
"Wir bleiben am Ball."

Erinnert mich irgendwie alles an die Story mit dem Multimillionär, der den Bürgermeister und andere heuer einseifte, sich als Großinvestor vorstellte, der das Krankenhaus und weitere Häuser kaufen würde, dann eine Siliciumchipfabrik auf grüner Wiese bauen würde, weil der Standort in Nähe zum Ruhpoldinger Bahnhof so günstig sei. Also die Geschichte, die in keiner Zeitung stand, jedoch monatelang beherrschendes Dorfthema war (sind oft die besten Geschichten), werde ich mir immer wieder in Erinnerung rufen, wenn neue Großprojekte in Inzell anstehen, die weltweit für Furore sorgen werden, wie auch der Golfplatz, der der beste seiner Art zumindest in Südostoberbayern werden wird. Go on Bürgei.