23 November 2007

Werbeplakate: Oberbürgermeister Christian Ude antwortet dem Dorfkramer


Völlig überraschend trudelt heute ein Schreiben von OB Ude ein. Ude beherrscht ja in diesen Tagen mit seinem Outing als Heterosexueller die Schlagzeilen. Offensichtlich hat er sich nach der Lektüre des Dorfkramer Activist Blogs dazu entschieden. Dorfkramer hatte sich bereits vor Wochen geoutet und damit den gesellschaftlichen Gegentrend zur medialen Übermacht der Schwulen und Lesben eröffnet.
Nun lese ich das Schreiben und spüre, dass der OB die Plakate an sich eher weniger toll findet. Er hat aber leider nicht die Schneid, die Penetration des öffentlichen Raums durch multinationale Konzerne, anzuprangern. Zu sehr wurde ihm während seiner Amtszeit schon von Firmenbossen eingeheizt. Ein Mercedes Stern musste auf ein Hochhaus montiert werden und die Allianz hat die Arena praktisch ohne Mitwirkung des Stadtrats durchgezogen.
Ich bin weiterhin der Ansicht, dass an exponierten Stellen, wie jetzt auch der Residenzsüdfassade (Palazzo Pitti Imitat) , keine Riesenplakate hängen sollten. Ich fühle mich dadurch belästigt. Beschäftige mich deshalb bereits mit Grassroots wie den Urbanauten, die vielleicht das Thema aufgreifen. Für München ist ja jedes noch so kleine Motzen gegen die globalen Abzocker ein Attentat, im Gegensatz zu Städten wie Salzburg, an dessen Dom niemals ein Shitplakat der Geldgeier hängen würde. Meine Lieblingsgalerie
dort bringt auch immer wieder subversive Themen, während in ihrem organisatiorischen Pendant Künstlergruppen über die Frage diskutieren, wie sie Kohlen machen können.
Immerhin hat sich Heten-Christei Ude mit seiner Originalunterschrift an Dorfkramer als Kunstkenner geoutet, weil er die Aktion von Dorfkramer vor einigen Wochen als solche verstanden hat. Ich werde ihm trotzdem mit meinen Themen weiter einheizen.