21 November 2007

Isarpromenade: Bürgerversammlung des Bezirks Altstadt Lehel stimmt für Dorfkramer Antrag

München, St.-Anna-Vorstadt: Die Bürgerversammlung des Münchner Kernbezirks Altstadt-Lehel hat gestern für einen Antrag vom Dorfkramer gestimmt. Es handelt sich um eine Empfehlung an die Landeshauptstadt München, eine Untersuchung durchzuführen, ob die autobahnähnliche Isar-Rennstrecke nach dem Ausbau des Mittleren Rings Ost im Jahr 2009 noch in dieser Form benötigt wird. Es hat sich wiederholt gezeigt, dass der Verkehr bei alternativen und besseren Streckenführungen massiv abnimmt. Es wäre dann die Zeit gekommen, an eine Verbesserung des Freizeitwerts an der Isar für alle Bürger zu denken im Sinne einer städtebaulichen Maßnahme wie bei der Düsseldorfer Rheinuferpromenade.

Vorangegangen war eine Vorstellung des Dorfkramer, der darauf hinwies, er sei ein Bürger mit Migrationshintergrund. Schließlich habe er sich als oberbayerischer Dorfbewohner in zehn Jahren von Milbertshofen ins Lehel hochbuckeln müssen und sei wegen seines Dialekts kontinuierlich diskriminiert worden. "Bayerischer Dialekt steht bereits weit hinter exotischen Fremdsprachen," kommentierte Dorfkramer und zeigte sich kämpferisch, als ein Beamter des Planungsreferats den Vorschlag niederbügeln wollte mit den üblichen Methoden der Münchner SPD-Provinzregierung: Geht nicht, machen wir nicht, da könnte ja jeder kommen.

Als dann noch der OB-Kandidat der CSU, der Schmidt Seppi, versuchte, den Antrag verfälscht zur Abstimmung zu bringen, und der so gescheitert wäre, brachte ihn Dorfkramer dazu, den Antrag wörtlich zu verlesen. Der Seppi wollte abstimmen lassen, ob eine Isarpromenade gebaut werden solle, was im Stadium einer Idee Schwachsinn gewesen wäre. So sind halt die Tricks der Etablierten, aber die Bürger des Bezirks haben mit satter Mehrheit zu Ausdruck gebracht, die Landeshautpstadt solle diese Sache endlich einmal wertneutral und profesionell prüfen, bevor dann weitere Wünsche der Bevölkerung kämen.

Die Bürgerversammlung fand in dem Altenheim statt, in das die Oma von Tscharlie Häusler nach ihrem Rauswurf durch einen Hauseigentümer gezogen war. Auch gestern wurde wieder auf die Problematik hingewiesen, dass im Viertel immer mehr Luxuswohnungen gebaut und saniert würden. Diese Vertreibung, die von der Landeshauptstadt gefördert wird, weil sie die besten Grundstücke nur an Superreiche verkauft, hat es bereits vor dreißig Jahren gegeben und wurde in den Münchner Geschichten dokumentiert. Nie war das Thema aktueller. Sogar die Mönche vom St.-Anna-Kloster (Santa Anna) haben sich dafür entschieden, nur noch für Superreiche da zu sein und das ist das Ergebnis: Wohnungen auf Erbpacht ab 900.000 Euro aufwärts.

Auch die Dorfkramerkampagne in Sachen Praterkraftwerk hat gefruchtet. Der Bezirksausschuss, der das Projekt total verpennt hatte, hat gestern noch mal durch den BA-Boss Püschel verlauten lassen, er habe nunmehr auf die Problematik hingewiesen.

Fazit: Nach seiner Olympiainitiative und der Anti-Ribery-Plakatkampagne, mit denen der Dorfkramer erstmals politische Spuren in der übermächtigen Landeshauptstadt hinterlassen hat, hat er nun die Unterstützung der intelligenten und verantwortungsbewussten Bürgerschaft. Die Mächtigen und Superreichen, die den Dorfkramer zu oft beschissen haben, werden sich noch warm anziehen müssen. Der Kampf geht weiter.