12 November 2007

Eishalle Inzell: Ein schöner Traum von warmen Brez´n

Zur Dokumentation heute ein Artikel des Münchner Merkur. Es wird der Sportdirektor der Deutschen Eisschnellauf Gemeinschaft Günter Schumacher vorgestellt, der seine Meinung zum Besten gibt. Das ist ok. zumal der transferierende und zitierende Journalist Armin Gibis den Text durch Erwähnung der Tatsache einrahmt, dass es sich dabei um Träumereien handelt.
Der Merkur ist somit das erste Blatt, das den monatelang kolportierten Bockmist, die Eisstadionüberdachung sei fix, der Bund habe sein ok. gegeben. Baubeginn 2011 und so weiter, in den Bereich des Irrealen stellt.
Was nicht heißt, dass man aus dem Eisstadion nicht etwas vernünftiges machen könnte. Zwei Eisschnellaufstützpunkte in München und Inzell sind jedoch ausgemachter Blödsinn, Herr Schumacher. Entweder München allein oder flexible Halle. Wer soll beides finanzieren, wenn nach Anni Friesinger Jahre vergehen werden, bis wieder ein Weltklasseläufer aufgebaut worden ist? Und nicht mal damit könnte ein zweistelliges Millionenprojekt allein für den Nischensport auf Kosten des Steuerzahlers gerechtfertigt werden. Das ist halt nun mal die Realität.

Die Realität erkannt haben auch der Inzeller Zweite Bürgermeister Johann Egger (Eckei) und der Sprecher der Fraktionsgemeinschaft SPD/Bürger für Inzell Johann Rieder (Schwindlig Sepp). Tatsächlich wurde der auf einer Veranstaltung von Karl-Heinz Holzner (wer is´n dös, wem g´hörta denn?) gefragt, wie sich die Gemeinde angesichts ihrer Finanzlage denn 3 Millionen für den Hallenbau leisten könne. Antwort Rieder: "Wir haben noch keine einzige greifbare Vorlage. Über die Bedingungen und darüber, ob man sich das als Gemeinde leisten könnte, kann man erst sprechen, wenn man eine Vorlage habe. " Das erste vernünftige und wahrheitsgetreue Statement aus Inzell.

Dass die CSU zu dumm ist, das zu kapieren, ist mir ein Rätsel. Demnach Hut ab vor den Dorfsozis. Es könnte aber auch sein, dass die CSU nur die Bevölkerung ordentlich einseifen möchte, wie sie es ja schon seit Jahrzehnten macht. Es geht nicht darum, was wirklich ist, sondern was die Leute glauben sollen. Mit dieser Strategie fuhr die CSU immer gut, aber es gibt mittlerweile einen Bevölkerungsanteil, der informiert ist und mitdenkt. Die Lügenbarone der CSU verlieren nach und nach bürgerlich eingestellte Menschen und hätte ich in Inzell Wahlrecht, ich würde den Eckei und den Sepp wählen, die mit gesundem Menschenverstand Dingen auf den Grund gehen und nicht in sofortiges Dampfgeplaudere verfallen, wenn sie nur irgendein Interesse von Medien verspüren.

Man kann hoffen, dass mit der Veröffentlichung des Münchner Merkurs die etablierte Presse nunmehr realistischer an die Sache rangeht und nicht jeden Stuss eins zu eins übernimmt, der ihr von dem Möchtegern-PR-Duo Martin Hobmaier und Hubert Graf geblasen wird. Was der Dorfkramer Activist Blog aufgedeckt hat, ist ein veritabler Medienskandal, der die Dummheit, Faulheit und mangelnde Sorgfaltspflicht einzelner Journalisten, Redakteure und Mitwirkender am Medienbetrieb schonungslos offenlegt. Ein Lehrbeispiel für Erstsemester des Studienfachs Kommunikationswissenschaften, jedoch auch ein Medienseminar an der Volkshochschule wert.