08 November 2007

Eishalle Inzell: Traunsteiner Tagblatt stützt Lügengebäude der CSU

Heute ein Artikel des Traunsteiner Tagblatts, das eine reine Grußbotschaft der CSU ist mit dem Inzeller Bürgermeister Martin Hobmaier und dem langjährigen Traunsteiner Landtagsabgeordneten Alois Glück, der hier den Josef Filser gibt.

Hobmaier sagt:

Fest steht nur, dass das Projekt 30 Millionen Euro kostet. Alles andere ist Spekulation«, so die klärenden Worte von Bürgermeister Martin Hobmaier zu den jüngsten Aussagen von Stadionleiter Hubert Graf zum Eishallenbau in Inzell.

Sehr klärend. Aufgeklärt wird der Leser jedoch nicht über die Berechnung der 30 Millionen. Geht auch nicht, da es weder einen Plan noch eine darauf basierende Kostenschätzung gibt. Schon die 30 Millionen sind reine Spekulation.

Alois Glück sagt:

Offenbar gibt es auch eine mündliche Zusage von Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble für Bundesmittel für das Hallendach im Falle eines WM-Zuschlags für Inzell, von der Glück ebenso wie Bayerns Kultusminister Siegfried Schneider gegenüber der Presse berichten. »Eine entsprechende Zusage des Freistaats Bayern liegt ebenfalls vor«, ergänzt Glück.

Die Leser des Dorfkramer Activist Blog wissen schon seit Tagen, dass es keine Zusage des Bundesinnenministeriums gibt. Auch eine Zusage des Freistaats Bayern nicht, da darüber der Haushaltsausschuss des Landtags befinden müsste. Und dies auch nur auf Antrag der Gemeinde Inzell, die Trägerin des Eisstadions ist.


Ergebnis: Ein reiner CSU-Spin, der das zusammengezimmerte Lügengebäude festigen soll. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dieses Lügengebäude zusammenbricht. Bis dahin freuen wir uns noch auf die CSU-Hofberichterstattung des Traunsteiner Tagblatts, das einfach die Tatsache verschwiegen hat, dass es eine Auskunft des Bundesministeriums des Innern gibt, die klar und deutlich zum Ausdruck bringt, dass es keine Zusage für die Eishalle gibt. Ich wiederhole: Es ist sicher, dass es keine Kohle für die Eishalle auf absehbare Zeit gibt. Inzell kann sich diesen Traum abschminken. Nicht einmal die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft unterstützt das Vorhaben durch eine positive sportfachliche Stellungnahme und damit ist eine Förderung aus Steuermitteln nicht zu rechtfertigen. Sogar die Männermannschaft der DESG wurde jetzt aus den Stützpunkten abgezogen, weil eine Zentralisierung erforderlich ist. Zur Erinnerung: Nach Anni Friesinger und Jenny Wolf kommt nichts erfolgversprechendes. Die Männer zerreißen seit Erhard Keller nichts mehr. Das war 1972 (!). Wie will man für diese Nischensportart die Notwendigkeit zweier Eishallen in Berlin und Erfurt und einer Dritten für 30 Millionen erklären?

Ich habe die Haus- und Hofjournalistin Veronika Mergenthal über diese Tatsachen informiert, aber offensichtlich ist dies nicht angekommen. Das Traunsteiner Tagblatt ist deshalb der Mißachtung journalistischer Grundsätze überführt. Der Artikel ist wertlos. Er verunsichert die Bevölkerung und suggeriert Möglichkeiten für Inzell, die es nicht gibt. Dass sich Alois Glück und der Verleger Miller dazu hinreißen lassen, verstehe ich nicht. Ich kann für mich nur den Schluß ziehen, dass man bis hinunter ins Lokale letztendlich verarscht wird, wie es geht. Eine kleine Bevölkerungsschicht, die dies durchschaut, hat schon längst die Konsequenzen aus dieser Tatsache gezogen und recherchiert einzelne Themen lieber selbst.