24 September 2007

Activist Art: Green City in der Sendlinger Straße



Kaum eröffne ich das Thema Activist Art, schon bieten mir die Aktivisten von Green City München Anschauungsmaterial. Ein grüner Rasen auf drei Parkplätzen in der Sendlinger Straße, Vorgartenidylle: Aktion und Happening zugleich. Hintergrund: Green City setzt sich für weniger Autos und mehr Grün in urbanen Zentren ein und folgt damit der globalen Umbrellaorganisation worldcarfree.net, das sogar einen Activist Art Wettbewerb ausgeschrieben hat.


Interessant ist das Interview mit Silvia Gonzalez, das einerseits klar macht, wieviel Arbeit und Kreativität in diesen Projekten steckt und andererseits auch ehrlich aussaugt, dass man oft spontan sein muss und sich nicht immer hundertprozentig an gesetzliche und verwaltungstechnische Vorgaben halten kann. Dies ist immer ein Problem, da es auch Lücken im Gesetz für solche Activist Art im öffentlichen Raum gibt. Es taucht immer wieder die Streitfrage auf, ob es sich nun um eine Sondernutzung oder eine Versammlung handelt.



Die Reaktionen oder Nichtreaktionen von Passanten, Radfahrern, Fußgängern, Autofahrern, Ladenbesitzern usw. lassen den Schluss zu, dass es sich bei dem politischen Ziel von Green City bereits um Allgemeingut handelt. Der Vorgarten in der Stadt wurde bereits als völlig normal wahrgenommen. Activist Art als Testballon, ob eine politische Initiative auch durchgesetzt werden könnte. Auf Widerstand stößt das Anliegen offensichtlich nicht, was für eine rasche Initiative bei der Landeshauptstadt München spricht.