21 August 2007

dorfkramer startet Freibayer-Kampagne



Jetzt ist das Fass endgültig übergelaufen und ich beginne mit meiner Freibayer-Kampagne, um einmal klar zu stellen, was hier in Bayern die Realität ist. Es ist eine Realität außerhalb der etablierten Medien, die alles so rosig und harmlos darstellen als gäbe es keinerlei gesellschaftliche Auseinandersetzungen mehr, es reiche aus, wenn die Masse mit zwei, drei, vier Riesen am Monatsersten ausgestattet würde. Wollte Sie mehr, dann gäbe es schon einen Richter, der sich für die Interessen der Bosse einsetzen würde, die von diesem Scheinfrieden profitieren und dies seit über zehn Jahren. Alles klar, sagt die Politik wenn man den Bayern nur eine Halbe hinstellt und politische Gaudi macht. Die sollen schön Kinderkriegen und Angestelltenjobs übernehmen, dann is a Rua im Land.

Es reicht. Ich habe jetzt so viele Themen in so kurzer Zeit serviert bekommen, dass es Zeit wird, Sturmhaube und Handschuhe überzuziehen, um das Straßenbild Münchens und Bayerns zu bereichern: Der Freibayer läuft. Der Freibayer zeigt, dass es noch Bayern gibt, die sich Gedanken über ihre Identität machen. Der Freibayer beweist, dass es noch Bayern gibt, die frei denken können und beispielsweise durchschauen, wenn ein paar wenige abzocken und auch noch die Presse manipulieren. Der Freibayer weiß, dass Bayern sich an globale Zwänge anpassen muss. Deshalb müssen übergeordnete politische Konzepte den Standort global stärken. Das heißt aber noch lange nicht, dass man sich in der Welt zum Affen macht und sich Stussorganisationen wie dem IOC in allen Belangen beugt oder sich gar noch von einer auswärtigen Regierung Milliarden abnehmen lässt.

Die Figur Freibayer zeigt das originäre Charakterbild des Bayern. Der Bayer ist grundsätzlich ein Mensch, der sich nicht einsperren lässt wie ein Viech, sondern sich frei bewegt. Er will jedoch gefüttert werden, braucht einen festen Rahmen, um seine Kreativität ausleben zu können. Dieser feste Rahmen ist nicht mehr gegeben. Konzerne feuern ihre Leute, wenn es danach ist, als Kleinunternehmer hat man immer weniger Gestaltungsräume und unübernehmbare Risiken. Die Trachtenvereine und Gebirgsschützen haben null Inhalte mehr, urbane Räume sind Reihenhaussiedlungen, das Land wird regelrecht ausgetrocknet und so weiter. Und allen wird seit Jahren reingedrückt, dass alles beim Alten sei und Bayern Spitze, weil´s irgendeine Umfrage einer Zeitschrift so ergeben hat.

Bayern steht in diesem Jahr im Zeichen von Kommunal- und Landtagswahlen. Es wird eine Richtungsentscheidung. Ob wir uns in den nächsten fünf Jahren wieder mit Sachen beschäftigen müssen wie dem Tot-Sparen des Staates, der sogar den Blinden ihre paar Staats-Kröten kürzt, Latex-Shows oder außereheliche Sexgeschichten. Oder können Sie sich noch an etwas anderes erinnern, wenn Sie an die Bayerische Politik der letzten fünf Jahre denken? Was war denn los? Hat sich die Welt nicht weiterentwickelt? Was war wirklich Inhalt einer bayerischen Politik? Gut, der Bär Bruno wurde politisch abgeknallt. Und Stoiber weigerte sich, in Berlin und Brüssel, Verantwortung für Bayern zu übernehmen. Dort, wo es wichtiger wäre, als im Zirbel-Bunker.

Eins vorneweg: Der freiheitliche Bayerngedanke, dem ich nachgehe, ein bisserl angelehnt am früheren Bauernbund, ist nirgendwo repräsentiert. Aber ihn gibt es, ich schätze den Anteil der Freibayern auf 7 %. Die FDP, deren passives Mitglied ich seit 2004 bin, macht vordringlich Interessenpolitik für sexuelle Lebensstile, die Freien Wähler haben es nicht geschafft, aus ihrer kommunalen Ecke rauszukommen. Die Bayernpartei ist bayerisch-utopisch. Wo ist also das freibayerische Element?

Ich werde in den nächsten Monaten dieser Frage nachgehen. Es muss eine Dokumentation des politischen Zustands Bayerns erarbeitet werden und zwar an der Wurzel. Deshalb beginne ich die Freibayer-Tour in einem Internetcafé im Münchner Universitätsviertel. Weil solche Läden wie Dorfkramer-Läden die Infrastruktur für Aktivisten bilden. Diese Corner-Stores haben es mir weltweit ermöglicht, meinen Interessen und Ideen Ausdruck zu verschaffen. Die Waffe der Politik ist das Wort. Wird diese Waffe verboten, greifen viele zur Bombe. Wir müssen das nicht, da wir das Internet haben und die Dorfkramer-Läden, dh. Internetcafés es ermöglichen, neue Nachrichten schnellstmöglich ins Netz zu geben. Weltweit. Nur deshalb kann eine solche Kampage gefahren werden, man müsste sonst versuchen, durch Latex-Aktionen, Gruppensex oder Homo-Parties in die Presse zu kommen.

Das Pressemonopol ist tot. Der Freibayer lebt.

Olympiabewerbung München: Sinnlose Streitigkeiten der CSU

Die CSU hat sich nach einiger Verspätung dazu durchgerungen, eine Position zu beziehen. Und zwar möchte sie die weitere Wintersportorte in das Konzept einbeziehen. Augegangen ist das Ganze von einem eher sachlichen Interview mit Alois Glück in der SZ. Es wurde dann klar, dass er nur Partikularinteressen-Lobbying betrieb und zwar für seinen Wahlkreis Traunstein. Ins selbe Horn stießen die weiteren lokalen Politgrößen in den Ruperti-Nachrichten.
Es ist klar, dass sich dieses konzeptlose Lobbying in der Münchner Stadtpolitik nicht durchsetzen wird. Es ist zu plump. Noch plumper als die U-Bahn nach Pasing von OB Christian Ude. Sieht man sich nämlich zum Beispiel die Vorschläge der Grünen zur Öko-Olympiade an, dann bieten diese als einzige Partei eine machbare Vision, die Olympische Winterspiele überhaupt erst lohnenswert erscheinen lassen. Merke: Das IOC ist derzeit bemüht um gute Bewerber, da diese nicht mehr so zahlreich sind. Viele Länder bringen ihre Infrastruktur auch so in Ordnung, brauchen dazu keine Großereignisse. Und viele interessieren sich auch für die Spiele selbst nicht mehr. Ebenso wie die katholische Kirche ist die Olympische Bewegung säkularisiert. Es geht nur noch um Kohle und viele fragen sich, ob man sich nicht das Geld für eine Bewerbung sparen und nicht gleich investieren sollte. Mit 30 Millionen Euro lässt sich schon viel machen.
Ein Blick zurück auf das CSU-Lobbying: Interessant ist, dass sich die Münchner CSU in Schweigen hüllt. Man will nicht als Spielverderber gelten und hat Angst, Wählerstimmen zu verlieren, bzw. nicht zu gewinnen. Die Münchner CSU macht es nämlich wie die FDP: Nichts tun und nicht groß auffallen, um dann durch Fehler der anderen kurz vor dem Wahltermin eine positive Stimmung zu erzeugen. Aber hier ist genau der Reibungspunkt innerhalb der CSU, der das Special Interest Lobbying für Inzell und Ruhpolding als Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit erscheinen lässt. Zusammenfassend: Die CSU bellt ein bisschen umher, weiß, dass es damit keine Chance hat und präsentiert sich in den Wählerhochburgen Traunstein usw. als einziger Interessenvertreter.

Auf der Strecke bleiben vernünftige Vorschläge wie http://www.olymuc.org/.