20 August 2007

Strafanzeige gegen Franck Ribéry, Dr. Edmund Stoiber und Dr. Tonio Kröger


Ich habe mich nun durchgerungen und eine Strafanzeige verfasst. Dr. Tonio Kröger befindet sich offensichtlich auf Kreuzzug gegen die katholische Kirche. Ich finde, er soll diesen Kreuzzug woanders austragen. Hier der Text:

An die
Staatsanwaltschaft München I 20.08.2007
Postfach

80997 München




Strafanzeige gegen Franck Ribery, Dr. Tonio Kröger, Dr. Edmund Stoiber und andere wegen Begehung von Straftaten, insbesondere nach § 90a, § 166 und § 168 Strafgesetzbuch


I. Sachverhalt

Seit einiger Zeit befindet sich ein Werbeplakat von der Theatinerkirche. Der Sachverhalt ist bereits in den Medien bekannt gemacht worden. Zur Vervollständigung lege ich einen Beitrag meines Weblogs dorfkramer.blogspot.com bei und verweise auch auf weitere, von mir verfasste Artikel.

Ich setze genügend staatsbürgerliches, religiöses und kulturelles Wissen bei der Staatsanwaltschaft München I voraus und muss deshalb nicht weiter erklären, dass es sich bei der Theatinerkirche um einen Sakralbau von großer Bedeutung als auch um eine Grablege der Wittelsbacher handelt. Unter anderem ist in der Theatinerkirche Bayerns erster König, Max Joseph I. bestattet. Aufgrund der städtebaulichen Lage an der Residenz handelt es sich um die Bayerische Staatskirche. Weder die Frauenkirche (Kaiser Ludwig der Bayer) noch die Michaelskirche (König Ludwig II.) erreichen diesen Stellenwert.

II. Rechtliche Würdigung

Der Charakter als Staatskirche bringt es mit sich, dass man mit diesem Symbol sorgfältig umgehen muss. Der Missbrauch für Werbezwecke allein ist bereits ein so offensichtlicher Verstoß gegen das kulturelle und religiöse Verständnis eines bayerischen Staatsbürgers als auch eines Mitglieds der katholischen Kirche, dass hier keine Toleranz angebracht ist.

Strafrechtlich ist die Theatinerkirche vor dieser Plakataktion mehrfach geschützt.

1. Verächtlichmachung des Freistaats Bayern nach § 90 a Strafgesetzbuch:

Das Verächtliche besteht bereits darin, dass das Werbeplakat signalisiert, der Freistaat Bayern hätte nicht genügend Geld in der Kasse, um die Fassade seiner Staatskirche zu renovieren. Des weiteren wird nicht nur König Ludwig II., sondern das bayerische Königshaus verhöhnt, da die Darstellung signalisiert, dass es einen „König Fußball“ gäbe, der letztendlich den Staat bereits ersetzen würde.

Eine brutalere Abwertung eines Staates gibt es nicht. Man stelle sich ein solches Plakat am Weißen Haus in Washington, Petersdom im Rom oder gar an der Al Azhar Moschee in Kairo vor. Es bedarf keiner näheren Ausführungen hierzu.

2. Beschimpfung einer Einrichtung der katholischen Kirche nach § 166 Abs. 2 StGB:

Das Aufhängen von Plakaten vor der Theatinerkirche ist grundsätzlich eine Verhöhnung der katholischen Kirche. Auch hier wird signalisiert, dass diese Kirche zu arm wäre, um sich eine Fassadenrenovierung einer ihrer wichtigsten Sakralbauten nicht leisten zu können. Man habe es nötig, Werbung für Turnschuhe und anderer Artikel zu machen. Des weiteren wird signalisiert, dass es bereits eine wichtigere, sogar eine Staatsreligion gäbe, nämlich den Fußball.

Auch hierzu brauche ich keine näheren Ausführungen machen. Wer das Neue Testament in etwa kennt, insbesondere die Episode mit Jesus Christus im Tempel, ist sich dieser Beschimpfung bewusst.

3. Störung der Totenruhe nach § 168 Abs. 2 Strafgesetzbuch:

Es handelt sich bei der Theatinerkirche nicht nur um einen Beisetzungsstätte ehemaliger bayerischer Staatsführer, sondern um eine öffentliche Totengedenkstätte. Es sind deshalb die gleichen Maßstäbe heranzuziehen, wie z. B. bei jüdischen Friedhöfen, die von Neonazis geschändet werden. Das heißt, dass bereits die Verunstaltung einer Fassade zur Erfüllung des Straftatbestands ausreicht. Es muss dabei nicht die Grabstätte im Kircheninneren geschändet werden. Ebenso wie Hakenkreuzschmierereien sofort polizeilich geahndet werden, müssen Symbole eines globalen Konzerns wie das Logo als auch die Darstellung eines bekannten Fußballprofis dazu ausreichen, dass die Staatsanwaltschaft einschreitet. Alles andere wäre eine Diskriminierung des Bayerischen Königshauses als auch ein Affront gegen bayerische Staatsbürger, die sich gegen diese Grabschändung wehren.

Die Strafanzeige richtet sich gegen alle, die an der Erfüllung der Straftatbestände teilgenommen haben. Drahtzieher dürfte Dr. Tonio Kröger, Geschäftsführer der DDB Group Germany sein. Diese Firma hat ihren Leitspruch auf ihrer Internetfirma veröffentlicht:
„Enemies oft he Ordinary“. Da dieser Spruch sogar als Marke geschützt wurde, ist davon auszugehen, dass sich Kröger und DDB in einer Art Kreuzzug befinden, eben gegen Feinde (Enemy) vorgehen. Da Ordinary nicht nur „das Gewöhnliche oder Übliche“ heißt, sondern auch „Ordinarium, Messordnung und Bischof“, ist davon auszugehen, dass sich die DDB in einem Kreuzzug gegen die katholische Kirche befindet, den sie subtil und unter Einsatz perfidester Mittel ausübt. Es geht DDB und Kröger um ein Kaputtmachen traditioneller Werte mit Mitteln, die bei unverständigen Mitmenschen als „modern“ „lustig“ und so weiter wahrgenommen werden, weil alles Spaß machen muss.

Die Erfüllung des Straftatbestands setzt jedoch nicht voraus, dass die etablierten Medien, die sich auf der Seite des Kreuzritters Kröger befinden, nicht wahrhaben wollen, dass es viele Menschen gibt, die sich dadurch in ihrer Würde verletzt fühlen. Nicht nur als Staatsbürger, sondern als Mitglied der zu schützenden Religionsgemeinschaft der katholischen Kirche. In diesem Sinne verhält es sich nicht anders als zum geschändeten jüdischen Friedhof.
Franck Ribery ist deshalb zu bestrafen, weil er dumm genug war, zu erkennen, dass er von seiner Agentur als Ikone missbraucht wird. Dummheit schützt vor Strafe nicht. Ribery hat mit seiner Darstellung die Straftatbestände unmittelbar erfüllt.

Dr. Edmund Stoiber hat es zugelassen, dass der Freistaat Bayern eine Bayerische Staatskirche als Prostituierte verhökert. Er hat es zugelassen, dass ein Werbeplakat mit dem Andenken der Toten in der Theatinerkirche spielt und diese Toten in der Symbolik durch Fußball und Turnschuhe ersetzt.

Das Vorgehen der Staatsanwaltschaft wird zeigen, inwieweit solche Schutzgüter noch behauptet und staatlich geschützt werden. Es ist eine Grundsatzentscheidung, nicht nur für Bayern und die katholische Kirche, sondern für alle Bürger mit Staatsbewusstsein und alle Religionsgemeinschaften.

Zu guter Letzt weise ich darauf hin, dass keinesfalls ein Einverständnis mit diesen Straftaten durch die Kirchenführung als auch der Führung des Freistaats Bayern, diese Straftaten zum Erlöschen bringt. Die Schändung einer Grabstätte von Bayerischen Königen muss auch dann verfolgt werden, wenn sich z. B. die Nachfahren der Toten nicht darum scheren, welche Botschaften hier transportiert werden. Als Bürger des Freistaats Bayern und Mitglied der katholischen Kirche äußere ich mich, weil es andere nicht machen können. Strafrechtlich ist dies jedoch ohne Bedeutung. Die Grabschändung ist zu ahnden. Wird sie es nicht, sind auch jüdische Friedhöfen frei für Kreuzritter aller Art.


Dr. Stefan Engelsberger



Anlagen