02 August 2007

Markus Ried, neuer Mieter beim Dorfkramer



DAS Ereignis in der Dorfkramer-Sphäre ist die Vermietung des hochwertigsten Raums. Vor drei Jahren begann ich damit, die Büroräume vorne von Grund auf sanieren zu lassen. Ich legte Wert auf Details, suchte für die Fensterbretter Untersberger Marmor aus und baute eine Schiebetür ein. Darauf ließ ich einen Foliendruck kleben, auf dem das Diagramm "Verben im Kontext" des Informatikers Gerhard Dirmoser angebracht ist. Parkettboden, neue Türen und Fenster und ein Bad trieben die Renovierungskosten auf ca. 70.000 Euro. Die Inzeller Handwerker fragten mich damals, was das solle, wer würde denn dafür bezahlen und so weiter. Ich war jedoch der festen Überzeugung, dass es in Inzell und anderswo an Geschäftsräumen fehle, die kreativen und motivierten Menschen die richtige Umgebung zur Entfaltung böten. Also zog ich erst mal selbst mit meinem Büro ein und werkelte dahin. Und tatsächlich: Es kam derjenige, den ich mir von Beginn an wünschte: Markus Ried, der in jahrelanger Arbeit ein innovatives Unternehmen aufgebaut hatte und sich nun in Inzell niederlassen wolle.

Die Bedeutung dieses Ereignisses kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Die Dienstleistungen von conout.com, insbesondere das Kommunikationstraining, generieren Mehrwert, da sie Verständnisprobleme abbauen und gruppenspezifisches Handeln erleichtern. Zusammen mit dem Bezug zur Natur, also dem Outdoor-Ansatz, passt ein solcher Dienstleister weniger in die Metropole als in ein Dorf mit touristischer Infrastruktur wie Inzell. Markus Ried ist also der neue Platzhirsch und wird zusammen mit anderen Neo-Unternehmern am Ort wie der Familie Strehhuber dafür sorgen, dass sich der Ort weiter der touristischen Realität annähert. Das Stichwort lautet nicht Strukturwandel, sondern Anpassung des Angebots an die Nachfrage, die immer anspruchsvoller wird. Innovation und Flexibilität gepaart mit Gewissenhaftigkeit: Das sind die Grundlagen für erfolgreiches Handeln.

Rupert Murdoch kauft Dow Jones

Jetzt hat Rupert Murdoch also seine Mehrheit für die Übernahme von Dow Jones zusammen. Eine schöne Event-Driven-Spekulation, die Vielen Gewinne bescherte. Jetzt geht es darum, einen Squeeze-Out zu verhindern. Die Ottwa-Familie hat ja noch einige Prozent Aktienanteil. Bin gespannt, wie Murdoch mit den übrigen Aktionären umgeht. Und mit dem Wall Street Journal. Schließlich könnte er die Abogebühren anheben. Aber Vorsicht Rupert! Ein Dorfkramer lässt sich ungern abzocken. Verbessere erst mal das Angebot und übertreib die Preise nicht. Und bring mir keinen Kleinanleger-Bockmist, sondern weiterhin Fakten und Hintergründe über die Zentren der Plutokratie.

IKB, KfW und der Bundesfinanzminister: Die Narrenfreiheit der Banken

Nun, da in Deutschland ein erster Investor mit US-Immobilien baden gegangen ist, einer Geldanlage, die seit Jahren als hochriskant gilt, ist es Zeit, kurz festzuhalten, wie das deutsche Establishment damit umgeht. Es handelt sich nämlich um eine Bank, die IKB Deutsche Industriebank AG, zufällig mit Sitz in Düsseldorf, dem ehemaligen Regierungssitz des jetzigen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück.

Wir erinnern uns: Als Argentinien vor fünf Jahren beschloss, seine Schulden nicht mehr zu zahlen -es ging dabei um 50 Milliarden- sagten die Bundesregierung und Bundesbank, es handle sich um Fehlspekulationen Privater und damit ginge das den Staat nichts an. Nun ist alles anders. Schließlich geht es um die Aufrechterhaltung des bundesdeutschen Spez´lsystems, genannt "Rheinischer Kapitalismus". Ist einmal eine Bank betroffen, greift man gerne unter die Arme, auch wenn es nur um 8 Milliarden geht, die die Staatsknetenbank KfW der IKB hinten reinschiebt. Begleitet wird die ganze überflüssige "Rettungsaktion", die ein Geschenk an die Bank ist, von einem Horrorszenario des BaFin Chefs Jochen Sanio, der wegen der paar Kröten bereits an die Weltwirtschaftskrise 1929 denkt. Eine solche Übertreibung, die einem nicht mal mehr Tränen in die Augen treibt vor Lachen, sondern Kopfschütteln über soviel Dummheit auslöst.

Interessant ist, dass Deutsche Bank Boss Ackermann offensichtlich die Kreditlinien gekündigt hat. Das hieße, dass Ackermann kaufmännische Gesichtspunkte übergewichtete. Die Deutsche Bank scheint aus dem Spez´lsystem ausgeschieden zu sein. Vielleicht DIE Erkenntnis, die man aus dieser Randnotiz der deutschen Finanzgeschichte herauslesen kann. Wenn dem so wäre -und wir werden es erfahren- könnte Ackermann in der historischen Betrachtung eine Art Wandler eines sozipolitischen Systems sein, das Jahrzehnte und mittlerweile sich selbst überlebt hat.