08 März 2007

Der Beweis: Insolvenzverwalter Prager hatte nur eine Abwicklung vor

Aus der Gerichtsakte geht hervor, dass der damalige vorläufige Insolvenzverwalter bereits im Oktober davon ausging, dass BenQ nicht mehr fortführbar sei und abgewickelt werden solle. In einem Zwischenbericht vom 30. Oktober an das Insolvenzgericht heißt es:

"Die Marke Siemens-BenQ ist durch den Insolvenzantrag massiv beschädigt, so dass eine Wiederaufnahme auch einer eingeschränkten Produktion nur unter Gesichtspunkten einer Auslaufproduktion möglich ist...Der Geschäftsbetrieb der Schuldnerin wird daher derzeit mit meiner Zustimmung in stark eingeschränktem Umfang fortgeführt."

Damit widerspricht sich Prager natürlich in seinen Äußerungen, was er denn alles tolles unternommen hätte, um das Unternehmen zu retten. Dass er es nicht einmal angesichts boomender Private Equity Märkte geschafft hat, einen Investor zu finden, ist ein weiterer Beweis, dass er nicht ernsthaft versucht hat, die Arbeitsplätze zu retten, sondern nur die Rolle eines Liquidators inne hatte.

Umso gieriger erscheint seine Vergütungsforderung von 5.103.157,48 Euro, dem das Gericht ohne weitere Prüfung stattgegeben hat. Hochgerechnet verdiente die Prager-Gruppe somit 20 Millionen Jahressalär für eine reine Verwaltungstätigkeit. Zum Vergleich: Die Gesamtvergütung des vielgeschmähten Siemens-Gesamtvorstands betrug im Jahr 2006 30.364.606 Euro (15 Personen, die Innovationen und Mehrwert bringen müssen und nicht nur Verwaltungstätigkeiten machen).

Prager will noch weitere 8,5 Millionen einsacken. Die Gläubigerversammlung wird sich auch mit dieser Maßlosigkeit beschäftigen müssen, wenn Dr. Prager zu seiner frühzeitigen Abwicklungsabsicht Stellung nimmt. Beweis ist jedoch Beweis. Nach Aktenlage hat Dr. Prager BenQ abgewickelt, um schnellstmöglich das höchste Honorar abzuzocken, das jemals ein Insolvenzverwalter bekommen hat. Dies auf Kosten der Arbeitnehmer und Gläubiger, die diesem Treiben bisher zugesehen haben. Dem Insolvenzgericht ist vorzuwerfen, dass es laut Aktenlage alles abgenickt hat, was Prager vorlegte. Es ist nicht ersichtlich, dass das Insolvenzgericht seine Aufsichtspflicht nur annähernd wahrgenommen hat (§ 58 InsO). Prager kann bisher machen, was er will.