02 Dezember 2007

Olympia München: Erste Verteilungen

Der Münchner Stadtrat hat nun formell seine Zustimmung zur Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018 gegeben. Welt Online hatte offensichtlich sogar mal einen Reporter in der Sitzung, der die Verteilungsmechanismen offen legt.
Es wurde also eine sogenannte Machbarkeitsstudie des etabierten Architekten Albert Speer mit 205 Riesen finanziert. Natürlich kann kein Architekt dieser Welt in einigen Wochen eine solche Studie erstellen. Es handelt sich als um ein erstes Rohkonzeptpapier, mehr nicht. Und es geht vor allem darum, einen etablierten Namen für die Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbunds vorlegen zu können. Speer ist ja weltweit unterwegs und somit erspart man den Entscheidern das Lesen des Rohkonzepts, da sie schon aufgrund des Namens Speer keinen Fehler machen können.
Hinzu kommen noch 200 Riesen für einen Werbefilm, der München wie immer zeigen wird. Dann werden wahrscheinlich Sequenzen aus Garmisch 1936 eingespielt mit "Bidui" Franz Pfnür und Christl Kranz. Vielleicht taucht noch der Hackl Schorsch auf. Auf alle Fälle kommen Olympiagelände, Marienplatz und die üblichen Ansichten zum Zuge.
Widerspruch gibt es im Stadtrat natürlich nicht, da eine Ablehnung der Bewerbung nichts bringen würde. Beim Wähler ist das Thema nicht sonderlich populär; es interessiert nicht die breite Masse, ob in Huglfing oder am Oberwiesenfeld oder sonst wo Wettbewerbe stattfinden, da die breite Masse diese sowieso, wenn überhaupt, an der Glotze wahrnimmt.
Man sehe den Grünen den Schwachsinn deshalb nach, es gäbe ökologisch verträgliche Autobahnen oder Schnellbahnen. Hoffentlich hat hier der Schreiber der Nockherbergrede aufgepasst. Der Welt Online Artikel ist Satire pur.
Wie geht es weiter?
Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass München mit einer stockkonservativen Langweilerbewerbung, wie sie Salzburg bereits vorexerziert hat, nicht durchkommen wird. Außer es laufen natürlich die üblichen Schmiergelder. Da kann man sich ja dann bei Siemens mal erkundigen, wie so was läuft. Spannender und sauberer wäre es natürlich, die dünne Schicht, der noch verbleibenden kreativen Intelligenz einzubinden.

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