09 Oktober 2007

Freibayer stürmt Bayerischen Landtag



München, Bannmeilenbezirk: Mit einem fulminanten Lauf über die Auffahrt des Bayerischen Landtags erklomm Freibayer heute die Brüstung vor dem Haupteingang. Damit setzte er ein Zeichen für das fehlende Element in der Bayerischen Legislative: Dem freiheitlichen Bayern. Es sei bezeichnend, dass heute eine Polizeiminister zum Polizeiministerpräsidenten gewählt worden sei, meinte Freibayer, als er sich, noch außer Atem, in die Büsche der Maximiliansanlagen schlug. Auf die Leute im Umkreis der Landtags-Bannmeile, machte er den Eindruck, als sei er wie ein wildes Tier aus dem Untergrund der Isar gekommen. Eine Art Freibayer-Yeti. Seine letzten Worte: "Der Kampf hat heute begonnen."


Freibayer erinnert sich:

Dass der Bayerische Landtag eines der langweiligsten Parlamente ist, war mir schon beim frühzeitigsten politischen Unterricht klar. Politische Bildung ist in Bayern ein Abend mit einem CSU-Stimmkreisabgeordneten im örtlichen Wirtshaus. Dort erfährt man, wie Politik in Bayern läuft und das ist seit 50 Jahren gleich. Mein Stimmkreisabgeordneter war damals Alois Glück, der heute Landtagspräsident ist. Was er darüber hinaus bewegt hat, ist mir nicht klar, ich weiß aber, dass er keine öffentlich breitgetretenen Affären hatte und im Stimmkreis den Eindruck vermittelt, er würde sich für die Bürger einsetzen. Irgendwann habe ich sogar ein paar Büchlein von Glück im Kollegstufenraum des Traunsteiner Gymnasiums ausgelegt. Ohne zu wissen, dass ich als Mitglied der Null-Bock-Generation das Büchlein hätte lesen und nicht nur auslegen sollen. Es hieß, glaube ich, "Anpacken statt aussteigen" und war von 1982.
Um diese Zeit war die Null-Bock-Generation auch politisch am aktivsten. Es gab Händchenhalten über tausende von Kilometern hinweg um gegen den NATO-Doppelbeschluss zu kämpfen. Niemand wusste, was das war. Jedoch wusste ich bei der letzten Rede vom Bundeskanzler Schmidt, dass nix besseres nachkam, was politische Autorität verkörperte. Damals weigerte ich mich sogar, beim Besuch des Landtags, den Hauptgeingang mit dem größten Torbogen zu benutzen. Aus Respekt vor dem Parlament und dessen Angehörigen. Heute demonstriere ich. Als einziger. Weil das bayerische Kontinuität ist. Oder deutsche. Also wenn ich in der ZEIT die vom ZEIT-Herausgeber Schmidt in sein eigenes Blatt lancierten Leitartikel lese. Oder den Glück sehe. Dann glaube ich, ich wäre im Jahr 1982. Das nennt man, glaube ich, konservativ. Und das ist gut, weil, Sie sehen ja: Es gibt keine Demonstranten am Tag der Wahl des Ministerpräsidenten.
Weil es nur noch wenige Freibayern gibt. Freibayern, die nicht alles geregelt haben wollen. Die sich selbst respektieren und sich nicht ständig in eine übergeordente Welt wie Gesellschaft, Kapital und was sonst noch einordnen möchten.
Freibayern möchten einfach leben. Und dieses Leben ist gefährdet. Weil sich die Welt in den letzten 10 Jahren geändert hat. Und die CSU den überlebensnotwendigen Rahmen nicht mehr schützen kann. Wenn diese CSU weiterhin die Freibayern diskriminiert und nicht integriert.
Deshalb: Freibayern ins Parlament.

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