10 August 2007

München: Gegner des Praterkraftwerks formieren sich



Lokaltermin im Café des Müller´schen Volksbads: Die Naturschutzverbände präsentieren der Öffentlichkeit ihre Sichtweise. Anwesend: Der Bund Naturschutz in Bayern e. V., der Landesfischereiverband Bayern e. V. und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. Zusammen mit anderen Umweltschützern bilden sie die Isar Allianz, die die Renaturierung der Isar mit auf den Weg gebracht hat. Klar, dass diese Leute genau erkennen, was hier Sache ist. Es stecken massive wirtschaftliche Interessen hinter dem Praterkraftwerk. Die Isar hat ja nur untergeordnete Bedeutung in der Planung. Wie der Projektleiter Dr. Bernhard Thiersch bereits dem Münchner Merkur steckte: "Was mit der kleinen Isar geschieht, ist für unsere Planung nur eine Randbedingung." Wichtiger ist für einen Kraftwerksbetreiber immer, dass er viel Wasser hat, um die Anlage auszulasten. Der Fluss schert ihn wenig, es geht um die Strommenge, für die er Geld kriegt.


Nun gibt es bereits eine EU-Wasserrahmenrichtlinie. Das Wasserwirtschaftsamt München präsentiert auf seiner Internetseite den Hintergrund dazu. Wie in Deutschland üblich, werden wir jedoch die letzten sein, wenn es um die Umsetzung geht. Vorrang haben derzeit die Kleinwasserkraftwerkbetreiber, die vom Staat sichere Gewinne gewährleistet bekommen. Derzeit stapeln sich die Anträge bei den Landratsämtern. Alle warten auf das Praterkraftwerk, das als Symbol für die Verbauung der letzten Flusslandschaften herhalten soll. Und das alles unter der Schirmherrschaft einer rot-grünen Stadtregierung und dem ehemaligen Umweltverband Green City, der nunmehr zum Energielobbyist mutiert ist. Seien wir gespannt, ob die Umweltverbände sich durchsetzen werden.

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