02 August 2007

IKB, KfW und der Bundesfinanzminister: Die Narrenfreiheit der Banken

Nun, da in Deutschland ein erster Investor mit US-Immobilien baden gegangen ist, einer Geldanlage, die seit Jahren als hochriskant gilt, ist es Zeit, kurz festzuhalten, wie das deutsche Establishment damit umgeht. Es handelt sich nämlich um eine Bank, die IKB Deutsche Industriebank AG, zufällig mit Sitz in Düsseldorf, dem ehemaligen Regierungssitz des jetzigen Bundesfinanzministers Peer Steinbrück.

Wir erinnern uns: Als Argentinien vor fünf Jahren beschloss, seine Schulden nicht mehr zu zahlen -es ging dabei um 50 Milliarden- sagten die Bundesregierung und Bundesbank, es handle sich um Fehlspekulationen Privater und damit ginge das den Staat nichts an. Nun ist alles anders. Schließlich geht es um die Aufrechterhaltung des bundesdeutschen Spez´lsystems, genannt "Rheinischer Kapitalismus". Ist einmal eine Bank betroffen, greift man gerne unter die Arme, auch wenn es nur um 8 Milliarden geht, die die Staatsknetenbank KfW der IKB hinten reinschiebt. Begleitet wird die ganze überflüssige "Rettungsaktion", die ein Geschenk an die Bank ist, von einem Horrorszenario des BaFin Chefs Jochen Sanio, der wegen der paar Kröten bereits an die Weltwirtschaftskrise 1929 denkt. Eine solche Übertreibung, die einem nicht mal mehr Tränen in die Augen treibt vor Lachen, sondern Kopfschütteln über soviel Dummheit auslöst.

Interessant ist, dass Deutsche Bank Boss Ackermann offensichtlich die Kreditlinien gekündigt hat. Das hieße, dass Ackermann kaufmännische Gesichtspunkte übergewichtete. Die Deutsche Bank scheint aus dem Spez´lsystem ausgeschieden zu sein. Vielleicht DIE Erkenntnis, die man aus dieser Randnotiz der deutschen Finanzgeschichte herauslesen kann. Wenn dem so wäre -und wir werden es erfahren- könnte Ackermann in der historischen Betrachtung eine Art Wandler eines sozipolitischen Systems sein, das Jahrzehnte und mittlerweile sich selbst überlebt hat.

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