11 August 2007

BenQ Pleite: Insolvenzverwalter Prager verschleppte Pfändung gegen BenQ Taiwan


Heute wird also bekannt gegeben, dass unser geschätzter Insolvenzverwalter und auf Kosten der Gläubiger und ehemals 3000 BenQ-Mobile Mitarbeiter reich gewordener Insolvenzverwalter Martin Prager einen Arrest beim Landgericht München gegen BenQ Taiwan erwirkt hat. Zur Erinnerung: BenQ Taiwan hatte die Deutsche Tochter letztes Jahr den Geldhahn zugedreht. Der vom Amtsgericht München schnellstens eingesetzte Insolvenzverwalter Prager hatte unter den Augen der IG Metall, der bayerischen Justiz und der gesamten Politik sofort damit begonnen, die Arbeitnehmer zu feuern und den Laden abzuwickeln. Es wurden weder die Gläubiger noch irgendwer gefragt.

Da ich wusste, wie unbeholfen die deutsche Elite bei der Durchsetzung deutscher Interessen ist, hatte ich sofort mit einer Kampagne gegen BenQ Taiwan begonnen. Ich forderte einen schnellstmöglichen Arrest, also das Einfrieren der Gelder von BenQ Taiwan in Deutschland. Das wäre leicht möglich gewesen, da die floriernde BenQ Computer Gesellschaft in Hamburg Millionen Cash hatte, ganz zu schweigen von den Zahlungen, die sie an die Konzernmutter abführen musste. Man hätte also BenQ Taiwan unter Druck setzten können und dann hätte man sich mit einer professionellen Verhandlung für die Belange der Arbeitnehmer und Gläubiger einsetzen können.

Aber was geschah? Die naheliegende Strategie wurde abgeleht und ich wurde mundtot gemacht. Das Amtsgericht München schrieb am 9. März 2007 nach monatelangem Schweigen: "Zu dem von Ihnen vorgetragenen Anspruch der Schuldnerin gegen die BenQ Corp. Taiwan ist nicht nachgewiesen, dass dieser Anspruch tatsächlich durchsetzbar wäre."

Das Gericht hat also, wie übrigens mehrmals gelogen, um ja keine Entscheidungen über die Machenschaften des Insolvenzverwalters Prager treffen zu müssen. Schließlich hat Prager jetzt endlich, nachdem die Abwicklung durchgezogen ist, erkannt, dass er BenQ verklagen und einen Arrest erwirken kann. Seien wir uns ehrlich: Prager wusste das schon früher. Jedoch spülte ihm die Abwicklung mehr in die Kasse als eine Sanierung. Das ist auch der Grund, warum in Deutschland so wenige Sanierungen gelingen. Die Insolvenzvenzverwalter, die hier völige Freiheit haben, wickeln ab, schieben die sichere Kohle schnell ein und dann sehen sie, ob eine Resteverwertung möglich ist. Die Resteverwertung bei BenQ sind die Klagen gegen die Muttergesellschaft, die natürlich schön einzeln aufgesplittet werden, damit Prager, der die Prozesse als Rechtsanwalt führt, maximale Honorare einschiebt. So läuft das Geschäft und man kann es wie andere Geschäfte, die eine Minderheit reich machen und die Mehrheit ärmer, wenigstens im Internet dokumentieren.

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