19 Mai 2007

Dow Jones Übernahmewunsch von Rupert Murdoch

Zusammenfassend stelle ich heute mal dar, was in diesen Wochen ein Riesenthema ist: Medien-Mogul Rupert Murdoch hat der Eigentümerfamilie Bancroft, einer alteingesessenen US-Dynastie ein Kaufangebot für die Firma Dow Jones gemacht. Zur Vorgeschichte: Die Dow Jones Aktie fristet seit Jahren ein kümmerliches Dasein. Dies, obwohl mit dem Wall Street Journal reale Einkünfte generiert werden und die Firma eigentlich gar nicht gelistet sein dürfte, aufgrund ihrer Wichtigkeit für die Erhaltung des Qualitätsjournalismus. Dies veranlasste mich, angesichts des niedrigen Kurses und der sicheren Dividende, bereits vor zwei Jahren, ein kleines Paket zu erwerben und einfach mal abzuwarten. Tatsächlich kam jetzt das erwartete Übernahmeangebot eines Investoren, der das gleiche erkannt hat.

Leider ist der Investor Rupert Murdoch. Es war sofort angezeigt, gegen das Angebot Veto einzulegen, was ich dann auch gemacht habe mit Briefen, die ich veröffentlicht habe. Meine Schlagwörter wurden dann auch zitiert, z. B. in der Süddeutschen und in Spiegel Online. Es bleibt nun abzuwarten, ob die amerikanischen Familieneigentümer verkaufen oder ob sie Murdoch zu einem höheren Angebot bringen wollen. Dow Jones ist aufgrund seiner Marktstellung und der Ausbaufähigkeit als globales Leitorgan das fünffache Wert. Man sollte die Sache also weiter beobachten und vielleicht noch einsteigen, zumal der Kurs unter dem Gebot von 60 Dollar ist. Interessant für Deutsche: Dieter von Holtzbrinck ist Dow Jones Aufsichtsratsvorsitzender. Vielleicht steigt ja der Holtzbrinck-Verlag ein. Kohle genug hätte er und die Firma würde auch gut ins Portfolio passen.

Dass die Bancrofts verkaufen wollen, wird bereits seit Jahren kolportiert. Ich gehe davon aus, dass tatsächlich viele Familienmitglieder dies tun wollen. Schließlich hat nicht jeder mit Verlagswesen zu tun. Wie bei allen Familienunternehmen werden nicht alle in das Unternehmen integriert, was dazu führt, dass sie sich lieber auszahlen lassen. Ein ganz normaler Vorgang, derzeit zu beobachten bei der Verkaufsschlacht der Eigentümer des Süddeutschen Verlags.

Für mich als Kleinanleger, ist die Dow Jones Sache jedenfalls wieder ein Lehrstück, wie man erfolgreich investieren kann. Nun gut: Jeder konnte bei diesen Märkten Easy Money machen. Aber trotzdem: Wenn man so tickt wie ein Großer, dann kann man langfristig solche Erfolge landen. Das Meisterstück wäre jetzt ein großes Investement in einen ähnlich gelagerten Fall wie Dow Jones. Aber da steckt mir einfach noch das Argentinien-Desaster in den Knochen....

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