23 März 2007

Medienkrieg um BenQ Forderungen

Nach zwei Tagen wird die einzige wichtige Nachricht der Gläubigerversammlung nun breitgetreten. Pragers Aussage, er würde gegen BenQ Corp. vorgehen und eine halbe Milliarde einklagen. Informierte Zuhörer sind schon am Mittwoch rausgegangen, um die Aktie zu shorten. Andere machen das in diese Tagen. Dorfkramer hatte bei seinem Vortrag am Mittwoch genau darauf hingewiesen und auch gesagt, dass damit wenigstens die 288 Millionen, die BenQ Corp. geltend machen würde, gestrichen werden können. Was ist passiert und was steht nicht in der Presse?

BenQ Corporation, bzw. der Konzern war auf der Gläubigerversammlung mit vier Anwälten vertreten, die man mal getrost als grüne Jungs bezeichnen kann, bzw. eine grüne Lady. Die haben gar nicht mitbekommen, dass Leute wie Dorfkramer, ihr Stimmrecht bestritten hatten, das ja dann auch auf 0 Euro gestrichen wurde. Ebenso wie Ex-Finanzchefin Lydia Sommers Stimmrechte auf 30 % gekappt wurden wegen Verletzung ihrer Buchhaltungspflichten als Geschäftsführerin. Die BenQ Corp. Anwälte waren dumm genug, dies nicht zu bestreiten, normalerweise muss sich die Versammlung damit auseinandersetzen und einigen. Es wurde aber sofort und ohne Aussprache der Beschluss gefasst. Die BenQ Anwälte tauchten erst auf als es um die Frage der Besetzung des Gläubigerausschusses ging.

Weitere Details werden hier noch publiziert. Dorfkramer war der aktivste Gläubiger und zog auf der Versammlung alle Register, um seine Interessen zu wahren. Die zahlreichen Rechtsanwälte, allesamt dritt- und viertgarniturig, waren über den Sachverhalt nicht informiert und gingen so schnell wie möglich wieder. Auch sie ließen sich erst blicken, als es um Wahlen zum Gläubigerausschuss ging und bewarben sich aufgrund ihrer "Fachkompetenz". Wenn es ums Abzocken und um Postengeschachere geht, werden sie wach. Professionelle Investoren wissen, dass die Mandatierung solcher Anwälte rausgeschmissenes Geld ist. Viele wussten überhaupt nicht, wie eine solche Gläubigerversammlung abläuft.

Nun zum Eingemachten:

1. Dass Prager gegen BenQ Corp. vorgeht und auch Mediendruck erzeugt wird von Dorfkramer seit Beginn an gefordert. Endlich ist es soweit,

2. Prager muss sich aber fragen lassen, warum er nicht sofort Vollstreckungsmaßnahmen ergriffen hat. Er konnte Arrestverfügungen beantragen und die Hamburger BenQ-Gesellschaft lahmlegen, zumal diese ja ihren Gewinn an die mittlerweile insolvente Firma in Amsterdam überweist,

3. mehr wie 288 Millionen werden erst mal nicht zu holen sein, aber das erhöht die Insolvenzmasse signifikant,

4. wenn der Insolvenzverwalter kreativ und nicht wie bisher bloßer Verwalter ist, dann holt er sich Berater ins Boot, die ihm z. B. sagen, was man alles machen kann, z. B. auch Equity der BenQ Corp. for Debt.


Eins ist dadurch wieder bewiesen. Prager war nicht gezwungen, die Firma abzuwickeln. Er hätte BenQ Taiwan von Beginn an unter Druck setzen können, juristisch und medial. Dann hätte BenQ Taiwan vielleicht eingelenkt und die Firma ordentlich liquidiert mit Sozialplan usw.

Und wer den Dorkramer Activist Blog liest ist schlauer und weiß auch, dass die 400 Millionen USD noch zusätzlich eingeklagt werden können. Der Leser ist deshalb schon seit geraumer Zeit short gegangen und hat seinen Verlust mit der BenQ-Pleite schon wettmachen können angesichts des Crashes der letzten Tage. Auch Prager hat, wenn man sich dem Kursverlauf, so ansieht, vielleicht schon eingecasht. Wir werden das noch erfahren.

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