21 März 2007

Gläubigerversammlung

Nach einem Tag voller Anträge und Kämpfen um die gerechte Gläubigersache, sind folgende Dinge zu protokollieren:

1. Die Versammlung ist anfechtbar, weil das Insolvenzgericht so einfache Dinge wie den Grundsatz auf rechtliches Gehör, die Einhaltung der Frist für die Akteneinsicht und das Recht zur Wahl des Gläubigerausschusses nicht eingehalten hat. Man hatte den Eindruck, dass das Amtsgericht München mit der Insolvenz einfach überfordert war. Die Beschlüsse dürften einer Verfassungsbeschwerde kaum Stand halten. Das Amtsgericht bekam schon 2003 einen Rüffel aus Karlsruhe,

2. das macht aber dem Gericht nichts, da heute vollendete Tatsachen geschaffen wurden. Recht gibt es ja nicht, man muss es durchsetzen, so nimmt es nicht Wunder, dass die Verantwortlichen Richter und Rechtspfleger heute das Recht mit Füßen getreten haben, um die Sache endlich zu Ende zu bringen,

3. die Sache war von Beginn an eine Abwicklung des Unternehmens. Der Insolvenzverwalter hat das frank und frei zugegeben, dass von Beginn an nur Liquidiert wurde. Sanierungsbemühungen fanden nicht statt. Die Öffentlichkeit wurde monatelang belogen,

4. und so kommt es, dass jetzt der Rest an Vermögen noch verscherbelt wird, damit der Insolvenzverwalter schnellstmöglich an sein Honorar kommt,

5. so zeigt sich, dass die Insolvenzordnung in der Realität nicht existiert, weil Insolvenzverwalter, Insolvenzgericht und auch das eingespielte Team des Gläubigerausschusses sich einen Dreck um das Recht und die Gläubiger scheren.



Gute Nachricht: Verwalter Prager möchte BenQ offensichtlich die 288 Millionen streichen. Das hieße eine Erhöung der Quote um 30-40 %. Dorfkramer hatte einen Anteil an dieser Entwicklung.
Schlechte Nachricht: Prager holt sich keine Profis für den Verkauf der guten Dinge wie der nagelneuen Fabrik. Er verkauft selbst, was er, nachgewiesenermaßen nicht kann. Deshalb sollte man sich keine Hoffnung darauf machen, dass die Quote noch über die 70 % hinausgeht.

Abgezockt haben die genannten Beteiligten, BenQ Taiwan und Siemens. Abgezockt wurden die Mitarbeiter, die Abfindler, Lieferanten und sonstigen Beteiligten. Diese waren heute aber dumm genug, sich abzocken zu lassen. Die Bundesrepublik Deutschland war heute z. B. gar nicht da, obwohl sie mit 60 Millionen etwas zu sagen gehabt hätte.

Die schnell eingeflogene Truppe aus Düsseldorf zeigte auch nicht gerade Verve, wenn es darum ging, ihre 15 Millionen einzutreiben. So hatten die Abzocker letztendlich leichtes Spiel.

Wenn da einer nicht gewesen wäre, der Beweise aufgenommen hat und weitere Maßnahmen ergreift. Auch wenn es Dorfkramer natürlich klar ist, dass wir keinen Rechtsstaat haben - es gibt noch rechtliche Möglichkeiten. Die Lehre für alle ist jedoch wieder einmal: Niemand weiß, wer wen bescheißt - nur wir alle wissen, wir werden beschissen.

Im BenQ-Fall wissen wir sogar wer....

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