24 März 2007

Das Prager-Kartell und die Folgen für die Politik

Gehen wir noch mal in uns. Welche Personen spielen bisher eine Rolle?

1. Dr. Martin Prager, Insolvenzverwalter: kann machen, was er will.
2. Mitglieder des Gläubigerausschusses: Infenion, Lumberg sind zu Recht als Lieferanten mit Millionenforderung drin. Die anderen Bundesagentur für Arbeit, IG-Metall, Euler-Hermes, Pensionssicherungsverein sind immer dabei, haben keine Ahnung von der Sache und prüfen den Insolvenzverwalter nicht, obwohl das ihre Aufgabe wäre. Eine Abwahl wurde durch Rechtsbruch des Insolvenzgerichts verhindert. Die Namen der Kartellmitglieder:

Kerstin Lautermilch, München
Oliver Burkhard, Frankfurt
Angela Harendt, Hamburg
Dr. Hermann Peter Wohlleben, Köln

3. Das Insolvenzgericht Amtsgericht München: Wählt Prager aus seiner Monopol-Liste aus, stützt ihn, indem es alle seine Vorschläge und Ermächtigungen abschreibt. Hebelt alle Rechte der Gläubiger aus mit Mitteln bis zur Gewaltanwendung. Redeverbot bei der Gläubigerversammlung, Verbot des Wahlrechts einzelner Mitglieder zum Gläubigerausschuss, usw. Alle Rechtsverstöße werden hier dokumentiert.
4. Rechtsanwälte: Haben nichts getan, attackieren auf der Gläubigerversammlung sogar noch kritische Stimmen und wünschen sich ein schnelles Ende, da sie nichts arbeiten wollen. Werden erst dann aktiv, wenn es um die Besetzung von Ämtern geht und lassen sich dann von jungen, blonden Ladies vorschlagen mit dem Argument der Fachkompetenz, die sie wie bewiesen nicht haben.
5. Ehemalige BenQ-Mitarbeiter: Viele spüren, dass sie betrogen worden sind, können sich aber nicht ausdrücken, da Zeit fehlt und sie andere Kompetenzen haben als Insolvenzkommunikation. Andere wiederum vertrauen blind auf die obengenannten Akteure und können sich in ihrer grenzenlosen Naivität gar nicht vorstellen, dass sie abgezockt werden.
6. Öffentliche Hand wie Land Nordrhein-Westfalen und Bundesrepublik Deutschland. Größter Gläubiger mit 75 Millionen Euro. Haben nichts unternommen, um ihre Gläubigerrechte wahrzunehmen. Kennen den Fall nicht. Fliegen auf Information von Dorfkramer aus Düsseldorf ein, sitzen ohne Mucks zusammen und lassen sich dann von einem Steueroberinspektor des Münchner Zentralfinanzamts als "Land NRW" zum Gläubigerausschuss aufstellen. Als das Insolvenzgericht dies durch Rechtsbruch verhindert, beantragt wenigstens eine Beamtin die Aufhebung nach § 78 InsO.
6. Dorfkramer: Nachweislich der einzige Gläubiger, der den Fall kennt, die Gerichtsakte durchgearbeitet hat und die Punkte aufbereitet hat, die für das Verfahren wesentlich sind. Retter des Insolvenzverfahrens durch Antragstellung über die Fortführung oder Stilllegung des Unternehmens. Weder Insolvenzgericht noch Insolvenzverwalter kannten die Vorschrift des § 157 InsO. Weitere Aktivitäten, jedoch als Einzelkämpfer nur beschränkte Möglichkeiten, zumal massive Behinderung seiner Rechtsausübung durch obengenannte Akteure.



Folgen für die Politik: Ich verweise auf eine Petition, die beim Bundestag eingereicht wurde. Die BenQ-Insolvenz und unser Abzock-Kartell wird noch untersucht werden. Das sogenannte Insolvenzrecht ist kein Recht, sondern ein Stück Papier ohne Wert. Die Prager-Connection zeigt, dass festgefahrene Strukturen und Personen ihren Dienst an der eigenen Sache verrichten und sich einen Dreck um andere scheren.

Übrigens: Die Prager-Connection hat schon einmal zugeschlagen bei Fairchild-Dornier. Prager hatte damals ebenso leichtes Spiel. Das Muster ist gleich. Amtsgericht München und Prager vereinbaren eine Zusammenarbeit, dann werden Rettungsgerüchte kolportiert, obwohl feststeht, dass das Unternehmen schnellstmöglich abgewickelt wird. Dann macht Prager weiter, findet irgendeinen Käufer, lässt sich feiern. Das neue Unternehmen geht dann schnell wieder hops und wird neuer Kunde des Amtsgerichts München und des Insolvenzverwalters Prager.
Wie das bei BenQ gelaufen ist, zeigt dieser Spin von Pragers PR-Agentur bei der F.A.Z. Zur Erinnerung: Prager hat auf der Gläubigerversammlung noch mal bestätigt, dass von Anfang des Eröffnungsantrags an keine Aussicht auf "Rettung" bestand.

Gute Nachricht: Von Mafia kann man nicht reden, da die Machenschaften ja alle bekannt sind. Bis auf die Informationen, die man den Gläubigern ja verweigert. Dann wäre es zumindest mafiaähnlich. Schließlich wird Prager ja auch nicht von der Staatsanwaltschaft untersucht, da das Amtsgericht und die Staatsanwaltschaft ja der Bayerischen Staatsregierung unterstehen. Auch die Gewaltandrohung des Insolvenzrichters spricht für den Mafiabezug. Beobachten wir, wie die ehrenwerte Gesellschaft weiter agiert.

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