09 November 2006

Verschwiegenheitspflicht?

Es ist wirklich der Hammer, wie Verantwortliche ihre Verschwiegenheitspflicht verletzen. Da wäre an erster Stelle der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Martin Prager zu nennen, der ständig seinen Senf in die Presse gibt, anstatt das Insolvenzverfahren diskret vorzubereiten. Gipfel ist die Aussage, es handle sich bei der vorgeworfenen Insolvenzverschleppung des BenQ-Mobile-Managements lediglich um eine "Vergangenheitsbewältigung". Dann noch der Rechtsanwalt Johannes Falch. Dieser hat von eigenen Mandanten Wissen über die im August gewährten Abfindungen erhalten und dieses Wissen brühwarm der Presse erzählt. Wahrscheinlich, um Mandanten zu gewinnen. Da wird er wenig Glück haben, da jetzt, wo die Sache bekannt ist, der letzte der Geschäftsführer begriffen haben dürfte, dass er sich, bzw. sein Vermögen langsam vom Acker macht. Dümmer geht’s nimmer, würde man da sagen, wenn jemand einen Anspruch geltend machen will und diesen, anstatt ihn durch Arrest etc. zu sichern, ausplaudert. Den absoluten Gipfel, den Mount Everest sozusagen, besteigt der Leitende Oberstaatsanwalt und Lobbyist in eigener Sache Christian Schmidt-Sommerfeld, der schon vor Beginn der Ermittlungen hinausposaunt, dass er diese irgendwie eingeleitet hat. Aber so rechten Bock scheint er nicht zu haben, sonst würde er mal die Akte des Insolvenzverwalters einsehen.

Dorfkramer zeigt dafür klar die ROTE KARTE!

Alle Genannten sind als „Organe der Rechtspflege“ dazu gehalten, den Dingen diskret nachzugehen, anstatt in Stammtischmanier in der Öffentlichkeit rumzutratschen und schon im Vorfeld von etwaigen Schadensersatzprozessen Meinung zu machen und somit die dann damit befassten Richter zu beeinflussen. Alle Genannten haben Privilegien als Beamte und Rechtsanwälte, jedoch auch besondere Pflichten. Wenn sie diese, wie angezeigt, verletzen, dann haben sie nicht nur mangelnden Berufsethos, sondern schaden vor allem sich selbst. Intelligente Gläubiger wissen nun nämlich, dass der vorläufige Insolvenzverwalter ihre Interessen nicht mit berücksichtigt, wie das eigentlich der Fall sein müsste. Und die Mandanten von Rechtsanwalt Flach werden es sich wohl überlegen, ob sie mit ihm Prozesse führen, gegen Anspruchsgegner, die schon längst wissen, wohin der Hase läuft und ihr Vermögen gesichert haben, wie z. B. Clemens Joos, von dem bekannt ist, dass er ein Stiftung unterhält. Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht hat halt nicht immer einen gesunden Menschenverstand, sonst hätte er erst Detektive auf die Anspruchsgegner angesetzt und dann vorläufig vollstreckt. Die Titel, die er erringen möchte, werden sich so die Mandanten aufs Klo hängen können. Und was den Leitenden Oberstaatsanwalt betrifft: Der scheint das Ganze nicht so ernst zu nehmen. Offensichtlich ein Protagonist der „Spaßgesellschaft“. Sonst hätte er die Ermittlungen stillschweigend aufgenommen und erst bei begründetem Verdacht die Öffentliche Klage - eben weil sie öffentlich ist - an die Öffentlichkeit gegeben. Die Gläubiger wurden und werden also nicht nur von der BenQ Mobile geprellt, sondern jetzt noch in diesem unsäglichen „vorläufigen Insolvenzverfahren“. Dass dies in der Presse nicht bekannt wird ist klar: Die Süddeutsche-Redaktion, die gleich um die Ecke zur Kanzlei Flach ihre Büros hat, hat z. B. überhaupt kein Interesse an den Gläubigern oder an ein sauberes Insolvenzverfahren, sondern ein Interesse, Meldungen rauszuballern. Dazu braucht sie Informanten wie die genannten, die Stories kreieren, so läuft das Geschäft. Aber es gibt ja jetzt das Internet, das diese Informationslücken füllt. Sehen wir, wie die Sache weitergeht.