07 November 2006

Insolvenzkommunikation

Nun, da heute viel Post rausgegangen ist und die Presse einen alten Hut als "Knaller"
präsentiert hat, überlege ich mal, wie es denn weiter geht. Also: Es geht jetzt ans Eingemachte. Nach dem Schock und den entsprechenden ersten Ordnungen im allgemeinen Chaos, kristallisieren sich jetzt langsam Akteure des Geschehens und die Rahmenbedingungen heraus. Hoppla, wird sich das Insolvenzgericht sagen, da kommt ein Kleingläubiger. Tatsächlich ist es nicht üblich, dass Kleingläubiger im Insolvenzverfahren aktiv werden. Zum einen fehlen den Meisten Zeit und Wissen zur Verfolgung eigener Interessen. Zum anderen gibt es meistens nichts zu holen. Nicht so bei BenQ. Hier gibt es eine Anspruchsgrundlage, die strategisch verfolgt werden kann. Aber natürlich nicht in der Öffentlichkeit. Das heißt, dass auch in diesem Blog zurückhaltender kommentiert werden muss. Schließlich habe ich als Verfahrensbeteiligter nach Stellung des Eröffnungsantrags Pflichten gegenüber der Gläubigergesamtheit. Der Leser sollte sich also nicht wundern, wenn die Texte zu BenQ spärlicher, trockener und damit auch langweiliger werden. Dies dann nicht, wenn die Gläubigerversammlung sich für eine Offenheit entscheidet, indem z. B. die Presse eingeladen wird. Falls nicht -und das ist eigentlich zu empfehlen- muss jeder Gläubiger umsichtig mit den ihm bekannten Informationen umgehen. Insolvenzgericht und (vorläufiger) Insolvenzverwalter unterliegen kraft Amtes der Verschwiegenheitspflicht. Inwieweit dies für Gläubiger außerhalb eines Amtes (z. B. Mitglied des Gläubigerausschusses) gilt, muss noch geklärt werden.