30 November 2006

Die brodelnde Gerüchteküche

Die Rettung naht. Investoren kaufen BenQ Mobile und zahlen alle Schulden? Tatsächlich? Glaubt man den Gerüchten, lässt sich der vorläufige Insolvenzverwalter Prager etwas anderes einfallen. Er lässt verlauten:

Dabei hofft der Insolvenzverwalter auf einen Komplettverkauf. "Im schlimmsten Fall stünde eine Zerschlagung des Unternehmens an", so die Sprecherin der Pluta Rechtsanwalts GmbH gegenüber pressetext. Der Insolvenzverwalter dürfe nicht um jeden Preis verkaufen, sondern sei auch den Gläubigern verpflichtet. Die Chancen für eine Rettung stünden derzeit aber gut.

Oha, ein bisschen muss er auch an die Gläubiger denken. Nachdenk. Merken Sie was? Prager hat überhaupt kein Bewusstsein dafür, dass er im Gläubigerinteresse handeln muss. Rechtlich ist er dazu gehalten, bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens das Unternehmen fortzuführen. Die Insolvenzordnung gibt ihm jedoch keine Ermächtigung, ein Unternehmen zu verkaufen.

Warten wir ab. Alles sieht derzeit danach aus, dass Prager das Insolvenzverfahren um jeden Preis vermeiden möchte. Ist ja auch klar, denn dann hätten die Gläubiger in der Gläubigerversammlung alle Rechte, die ihnen bisher von Insolvenzrichter Preuß verweigert werden. Preuß hat beispielsweise den Eröffnungsantrag von Dorfkramer als unzulässig zurückgewiesen, weil seine Forderung noch nicht fällig sei. Klare Rechtsbeugung. Alle Kommentare und Lehrbücher vertreten die andere und auch logische Meinung, dass alle (potenziellen) Insolvenzgläubiger einen Antrag auf Eröffnung des Verfahrens stellen könnten. Damit haben das Duo Preuß/Prager wertvolle Wochen gewonnen, die Dorfkramer mit der Durchsetzung seines Rechts beim Landgericht aufgrund einer sofortigen Beschwerde benötigt.

So läuft das Spiel. Prager vertritt bisher alle Interessen, nur nicht die, der Gläubiger. Sollte er rechtswidrig das Unternehmen verkaufen, bzw. zulassen, dass die BenQ Mobile OHG das Unternehmen mit der Klausel verkauft, die Schulden nicht zu bezahlen, dann ist er dran. Die Sache ist dokumentiert und auch als vorläufiger Insolvenzverwalter haften er für einen solchen Schaden, wenn er sich nicht gar wegen Untreue strafbar macht.

Deshalb muss die Sache weiter verfolgt werden, in der Hoffnung, dass die Gläubiger ihr Geld sehen. Dazu kann auch eine Vermögenszerschlagung eine Lösung sein.

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