23 Oktober 2006

Endlich Kritik an BenQ-Führung in Taiwan! Dorfkramer aktiv als Gläubiger!

Dorfkramer nimmt heute befriedigt zur Kenntniss, dass sich erste Stimmen unserer Medien-Meinungsführer gegen die BenQ-Führung in Taiwan erheben. So hat gestern NRW-Präsi Rüttgers im Fernsehen zitierfähiges Material abgelassen. Damit steht Dorfkramer mit seiner Meinung nicht mehr allein. Rüttgers wurde übrigens wie andere Persönlichkeiten, die bei uns regelmäßig ihren Senf dazugeben dürfen, über die Existenz der Dorfkramer-BenQ-Kampagne informiert. Es gebührt ihm Respekt, dass er als Erster der privilegierten Persönlichkeiten diesen Argumentationsstrang vertritt. Kommentatoren aus den Medien haben sich ja nicht getraut; sie schossen lieber der Einfachheit halber stupid gegen Siemens und dessen Boss Kleinfeld, was natürlich auch von Nutzen ist. Dorfkramer, und das sei hier festgehalten, hat jedoch wieder einmal die Meinungsführerschaft auf einem Gebiet übernommen.

Mittlerweile zeigen sich interessante Konstellationen. Zum einen möchte Siemens offensichtlich noch einmal 25 Millionen nachschießen, worüber heute sogar die Financial Times berichtet. Zum anderen geht eine Rechtsanwaltskanzlei an die Öffentlichkeit, um über eine „Sammelklage gegen Siemens zu informieren.

Was ist von diesen Entwicklungen zu halten? Nun: Wie bei jedem Insolvenzverfahren gibt es verschiedene Möglichkeiten, zu Geld zu kommen und es gibt natürlich verschiedene Interessenlagen. Was jedoch wichtig ist: Die Insolvenzordnung regelt dieses Verfahren und das maßgebliche Entscheidungsorgan ist dabei die Gläubigerversammlung. Warum ist das wichtig? Es gilt das Prinzip, dass das ganze Geld, das vorher oder nachher in die Insolvenzmasse gerät der Gläubigergesamtheit zusteht. Und berechtigt zu einer Klage wäre dann nur der Insolvenzverwalter (§ 92 InsO). Gläubiger müssen deshalb bereits jetzt alles dokumentieren, was so aussieht, als würde es nur einem Teil zu Gute kommen, wie die Siemens-Kohle oder die isolierte „Sammelklage“. Alles, was hier außerhalb des Insolvenzverfahrens gezockt wird, kommt allen zu Gute.

Dorfkramer, der inzwischen Gläubiger ist, hat sich deshalb bereits mit dem Insolvenzgericht in Verbindung gesetzt und beantragt, schnellstmöglich einen Gläubigerausschuss einzuberufen, um ein geordnetes Verfahren im Sinne der Gläubigergemeinschaft, das sachlich alle Optionen prüft, einzuleiten. Rechtsanwälte, die außerhalb des Insolvenzverfahrens Klageangebote machen, werden nicht umhin kommen, diese der Gläubigerversammlung zu unterbreiten, falls diese einberufen wird. Das Insolvenzgericht und der vorläufige Insolvenzverwalter sollten dabei mögliche Haftungsansprüche gegen sie beachten. Das heißt, dass das Ignorieren der Insolvenzordnung Haftungsfolgen auslöst.

Dorfkramer hat inzwischen auch die aussichtsreichste Anspruchsgrundlage gegen BenQ-Taiwan gefunden, die er natürlich erst „amtlich“ in der ersten Gläubigerversammlung bekannt gibt. Er prüft derzeit, ob eine isolierte Klage möglich ist und wartet die Antwort des Insolvenzrichters ab.

Keine Kommentare: